Bewerbung für den erweiterten Landesvorstand

Liebe Freundinnen und Freunde,

das Superwahljahr 2021 neigt sich dem Ende entgegen und wir schauen mit gemischten Gefühlen auf die Wahlen in Rheinland-Pfalz und im Bund zurück. Wir konnten tolle Zugewinne erzielen, mehr rheinland-pfälzische GRÜNE in die Parlamente bringen und regieren zukünftig als zweitstärkster Koalitionspartner in Bund und Land – das ist ein großer Erfolg! Zugleich sind wir aber auch hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Gerade bei den jungen und Erstwähler:innen sowie außerhalb der Städte haben wir weitaus weniger Menschen erreicht als erwartet. Als Bundestagskandidat in einem ländlichen Wahlkreis habe ich erlebt, dass unsere Eigen- und Fremdwahrnehmung oft weit auseinander liegen.

Erfolgreiche Politik braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch eine starke Kommunikation, greifbare Projekte und Erzählungen, die begeistern und mitreißen. Als gestaltende Kraft im Bund, im Land sowie vielen Kommunen wird dies ab jetzt zur Daueraufgabe: wir müssen zeigen, dass wir die treibende Partei für Aufbruch und Modernisierung sind. Das sehe ich als Herausforderung und großen Ansporn zugleich. Bis zu den nächsten Wahlen hat unser Landesverband die Zeit und Gelegenheit, sich angesichts der vielen neuen Mitglieder strukturell zu stärken und weitere Kompetenzen aufzubauen.

Diesen Prozess möchte ich gerne aktiv mitgestalten. Ich will meine Ideen und Erfahrungen im Erweiterten Landesvorstand einbringen, um unseren Landesverband inhaltlich und strategisch nach vorne zu bringen.

Als Sprecher der LAG Wirtschaft & Finanzen habe ich an unserem Grundsatzprogramm sowie den Wahlprogrammen zur Landtags- und Bundestagswahl mitgeschrieben und war bei den Koalitionsverhandlungen als Teil der erweiterten Fachgruppe Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau eingebunden. Im Kreisvorstand der GRÜNEN Rhein-Hunsrück arbeite ich daran, sozial-ökologische Politik für Menschen im ländlichen Raum greifbar zu machen. Ich komme selbst aus einem kleinen Ort und kenne die Herausforderungen und Chancen des ländlichen Raums. Im eLaVo will ich mich gezielt für die ländlichen Regionen von Rheinland-Pfalz einsetzen und deren Anliegen stärken. Gerade die (oft kleineren) Kreisverbände außerhalb der Städte und Ballungsräume sollten wir mehr unterstützen, etwa durch zusätzliche Veranstaltungen und programmatische Schwerpunkte in unserer politischen Arbeit.

In den vergangenen Monaten haben wir viele neue Mitglieder und Unterstützer:innen gewonnen und es ist wichtig, dass wir diese nun aktiv ansprechen. Gemeinsam mit dem neuen Landesvorstand möchte ich Dialogformate entwickeln, in denen die einzelnen Kreisverbände besucht werden und über lokale Schwerpunkte gesprochen wird, z.B. in Form von Podiumsdiskussionen und Organisationsbesuchen. Mir ist es wichtig, dass wir GRÜNE nicht nur in eigenen (bestehenden) Strukturen denken, sondern als Bündnispartei in die Zivilgesellschaft hineinwirken, Debatten anstoßen und Themen aufnehmen. Dabei sollte es unser Ziel sein, noch mehr Menschen in Rheinland-Pfalz von unseren Grundsätzen zu überzeugen und weitere Mitglieder zu gewinnen, gerade dort wo wir noch nicht so stark sind. In Summe muss unsere Kommunikation nach innen und außen weiter verbessert werden. Ein professioneller Umgang mit Social Media und digitalen Plattformen spielt hierbei eine wichtige Rolle, das habe ich als Kandidat bzw. Wahlkampfmanager in den beiden diesjährigen Wahlkämpfen sehr deutlich gemerkt.

Wir GRÜNE sind zurecht stolz auf unsere basisdemokratischen, dezentralen Strukturen und für mich persönlich war dies – neben allen inhaltlichen Überschneidungen – auch ein Grund, Mitglied unserer Partei zu werden. Im eLaVo will ich mich für eine Stärkung der Orts- und Kreisverbände einsetzen und dafür sorgen, dass der Landesverband ihnen mehr methodische Unterstützung bietet, etwa bei der Öffentlichkeitsarbeit sowie als Koordinationsstelle zu unseren Ministerien und Abgeordneten. Außerdem sollte das tolle Engagement unserer Landesarbeitsgemeinschaften und Arbeitskreise stärker in die politische Arbeit von Landesvorstand und Abgeordneten einfließen. Ich engagiere mich leidenschaftlich gerne für bündnisgrüne Programmatik und möchte dazu beitragen, dass es möglichst vielen genauso geht und alle ihre Ideen und Vorschläge einbringen können. Der vielfältige und ehrenamtliche Einsatz unserer Mitglieder ist die wichtigste Ressource des Landesverbandes.

Unser Heimatland Rheinland-Pfalz ist besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen, das hat uns dieses Jahr auf dramatische Weise gezeigt. Mehr denn je braucht es jetzt konsequenten Klimaschutz und engagierte Menschen, die die Augen nicht vor der Realität und den notwendigen Veränderungen verschließen. Einer erfolgreichen Politik des 21. Jahrhunderts muss es dabei gelingen, Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit, der sozialen Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Stabilität zu vereinbaren – die Fähigkeit und den Willen hierzu sehe ich bei keiner anderen Partei als uns. Und auch abseits dieser großen Zukunftsfragen stehen wir GRÜNE dafür, die weniger breit diskutierten – aber nicht weniger wichtigen – Themen anzusprechen und ihre Dringlichkeit zu mahnen. Wer, wenn nicht wir, setzt sich konsequent für die Rechte von Minderheiten, eine solidarische Zukunft Europas und für mehr Tierschutz ein? Lasst uns diese thematischen Stärken ausbauen und einander die Wertschätzung und Unterstützung geben, mit der wir alle leidenschaftlich GRÜNE Politik machen.

Liebe Freundinnen und Freunde, ich bin der festen Überzeugung, dass wir unser Potenzial noch lange nicht erreicht haben.

Mit einer Professionalisierung unserer Strukturen und einer engeren Koordination im Landesverband können wir unsere fachlichen Stärken besser ausspielen und unsere Themen in der Gesellschaft verankern. Lasst uns also zusammen nach vorne schauen und diese große Chance nutzen.

Lasst uns für ein nachhaltigeres und gerechteres Rheinland-Pfalz kämpfen, lasst uns gemeinsam Politik für alle Menschen im Land machen und Spaß an der politischen Arbeit haben!