Gespräch mit dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt

Heute habe ich mich mit Vertretern des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) getroffen. Als Abgeordneter einer von Mosel, Rhein und Lahn geprägten Region weiß ich: Wasserstraßen sind Rückgrat unserer Industrie, unverzichtbar für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze – und ein europäisches Bindeglied zwischen Rheinland-Pfalz und unseren Nachbarregionen in Luxemburg und Frankreich.

Bedeutung der Binnenschifffahrt

Binnenschiffe transportieren enorme Mengen an Massengütern wie Chemieprodukte, Agrarrohstoffe und Baustoffe. Sie sind planbar, effizient und deutlich klimafreundlicher als der Lkw: pro Tonnenkilometer verursacht ein Schiff rund 31 Gramm CO₂, ein Lkw dagegen 112 Gramm. Rund 400.000 Arbeitsplätze hängen in Deutschland direkt oder indirekt an Binnenhäfen und Schiffen.

Herausforderungen

Im Austausch wurde klar: Die Branche hat großes Potenzial, kämpft aber mit Nachwuchsproblemen, fehlender Förderung für Flottenmodernisierung und technologischen Grenzen. Elektroantriebe stehen noch am Anfang, während Diesel-Schiffe schon heute effizienter als Lkw sind. Niedrigwasser durch den Klimawandel gefährdet die Versorgungssicherheit am Mittelrhein, Untermain und Niederrhein. Gleichzeitig erschweren gestrichene Verwaltungsposten und fehlende Nahstromversorgung die Modernisierung.

Politik gefordert

Ohne verlässliche Rahmenbedingungen gerät die Wettbewerbsfähigkeit ins Wanken. Gleichzeitig muss Klimaschutz konsequent mitgedacht werden: Unsere Wasserstraßen sind ökologisch sensible Räume, die Resilienz gegen Extremwetter und eine ökologische Modernisierung brauchen. Dazu gehören energieeffiziente Schleusen, eine digitale Verkehrssteuerung, ökologische Ausgleichsmaßnahmen und ein nachhaltiger Wasserbau, der die Schifffahrt klimaresilient macht. Für mich ist klar: Die Binnenschifffahrt gehört zur Verkehrswende. Wir brauchen moderne Schiffe, bessere Infrastruktur, verlässliche Finanzierung – und eine kluge Verknüpfung mit Klimaschutz.

Fazit

„Die Wasserstraßen sind unsere leisen Lebensadern – ohne sie stünde die Industrie still. Wir müssen heute dafür sorgen, dass sie morgen noch leistungsfähiger, klimafreundlicher und resilienter sind.“

Bosch kündigt weiteren massiven Stellenabbau an – Julian Joswig fordert klare Zukunftsperspektiven

Die Krise in der Automobil- und Zulieferindustrie setzt den größten Autozulieferer der Welt weiter unter Druck: Bosch hat am Donnerstagnachmittag angekündigt, in seiner Kernsparte Mobility bis Ende 2030 weitere rund 13.000 Stellen in Deutschland abbauen. Betroffen sind vor allem die Standorte in Baden-Württemberg sowie im Saarland. Auch Arbeitsplätze in der Konzernzentrale und bei kleineren Tochtergesellschaften sollen gestrichen werden. Insgesamt summiert sich der geplante Stellenabbau damit auf etwa 22.000 Jobs. 

Zum geplanten Stellenabbau erklärt Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Der angekündigte Stellenabbau bei Bosch ist ein harter Schlag für die Beschäftigten. Gerade jetzt muss Deutschland Kurs halten bei moderner und sauberer Mobilität. Es liegt nun an Bosch, gemeinsam mit den Beschäftigten konkrete Zukunftspläne auf den Tisch zu legen. 

Die Politik muss aber auch liefern: mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen und gezielten Anreizen. Viele Zulieferer sind schon mitten im Umstieg auf die Automobilindustrie von morgen, investieren in neue Geschäftsfelder wie Batteriemodule, Sensorik oder Leichtbau. Dort braucht es gezielte Unterstützung, damit Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben. Klar ist: Bosch muss Verantwortung für die Menschen vor Ort übernehmen.“

Erste BPA-Besuchergruppe aus Rheinland-Pfalz zu Gast in Berlin

Diese Woche durfte Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen für Rheinland-Pfalz, seine erste Besuchergruppe im Rahmen einer Informationsfahrt des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (BPA) in Berlin willkommen heißen.

Spannendes Programm in Berlin

BPA-Fahrten ermöglichen Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in das politische und kulturelle Leben der Hauptstadt. Für die politisch interessierte Reisegruppe aus Rheinland-Pfalz war ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet: Nach der Anreise und einem ersten gemeinsamen Abend folgte am Mittwoch eine politisch orientierte Stadtrundfahrt, eine Führung über das Gelände des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit („Stasi contra Kiez“) sowie ein Besuch im Futurium – Haus der Zukünfte.

Am Donnerstag stand der politische Teil im Mittelpunkt: Nach einem Informationsgespräch im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verfolgte die Gruppe von der Besuchertribüne aus live die Plenardebatte zum Bundeshaushalt 2025 im Deutschen Bundestag. Im Anschluss nahm sich Julian Joswig Zeit für ein ausführliches Gespräch mit den Gästen. Dabei beantwortete er Fragen zur aktuellen Regierungspolitik bei erneuerbaren Energien, zu Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft und brachte auch die Perspektive seiner Oppositionsrolle ein. Außerdem berichtete er von seinen persönlichen Erfahrungen als neu gewählter Abgeordneter – von der Aufregung bei der ersten Rede bis hin zum Ankommen im parlamentarischen Alltag.

Ein Besuch im Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und ein Abendessen am Potsdamer Platz rundeten den Tag ab.

Direkter Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern

„Es war für mich etwas Besonderes, meine erste BPA-Besuchergruppe in Berlin begrüßen zu dürfen“, betont Julian Joswig. „Der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern aus meinem Wahlkreis ist mir besonders wichtig. Solche Gespräche helfen mir, die Anliegen aus Rheinland-Pfalz noch besser in meine Arbeit im Bundestag einzubringen – auch als Teil der Opposition.“

Interesse an einer Teilnahme?

Die BPA-Fahrten finden regelmäßig statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Rheinland-Pfalz können sich beim Wahlkreisbüro von Julian Joswig über die Teilnahme informieren.

Austausch mit der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz

Gestern empfing Julian Joswig eine Delegation der rheinland-pfälzischen Wirtschaft im Deutschen Bundestag. Die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz e.V. (LVU), die die Interessen von rund 115.000 Unternehmen vertritt, war mit Mitgliedsunternehmen und -verbänden nach Berlin gereist, um direkt mit der Bundespolitik ins Gespräch zu kommen.


Wirtschaftliche Lage unter Druck

Die Einschätzung war eindeutig: Die wirtschaftliche Situation ist extrem angespannt. Nur rund 20 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage derzeit als gut, mehr als ein Drittel rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer schwächeren Entwicklung. Besonders alarmierend: Für rund zwei Drittel der Unternehmen stellen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte Risiko dar – ein neuer Höchstwert.


Welche Schritte jetzt notwendig sind

Im Austausch wurde klar, welche Maßnahmen dringend gebraucht werden:

  • Planungssicherheit für den Mittelstand – verlässliche Rahmenbedingungen sind entscheidend.
  • 500-Milliarden-Euro-Sondertopf nutzen – eine historische Gelegenheit, um Deutschland zukunftsfest zu machen.
  • Pragmatisch und effizient handeln – weniger Bürokratie und schnellere Verfahren, ohne den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen auszublenden.
  • Energiewende beschleunigen – Erneuerbare Energien sichern Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze, gleichzeitig müssen die Energiepreise sinken.
  • Kreislaufwirtschaft stärken – heimische Rohstoffproduktion durch Recycling und die Mobilisierung von mehr Kapital für Zukunftstechnologien.

Julian Joswig machte deutlich:

„Die Unternehmen sind zu Recht besorgt – die Herausforderungen sind groß. Umso wichtiger ist uns als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag jetzt ein klarer wirtschaftspolitischer Kurs, der auf klimafreundliche Wertschöpfung und Innovativonen setzt.“


Gemeinsamer Dialog in Berlin

Der Dank gilt Johannes Heger, dem Team des LVU sowie allen teilnehmenden Unternehmen und Verbänden für das offene Gespräch. Ein besonderer Dank geht zudem an die Kolleg:innen Dr. Sandra Detzer und Prof. Dr. Armin Grau für die gemeinsame Diskussion mit der Wirtschaft.

Bundeshaushalt 2025: Verantwortung statt Verschiebebahnhof

Der Bundestag hat in dieser Woche den Haushalt 2025 in zweiter Lesung beraten. Für Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aus dem Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, ist der vorgelegte Entwurf eine vertane Chance.

„Dieser Haushalt ist eine vertane Chance. Die schwarz-rote Koalition stopft notgedrungen Haushaltslöcher, verteilt teure Wahlgeschenke und verschiebt Probleme auf Kosten der jungen Generation.“

Zukunftsinvestitionen statt fossiler Subventionen

Statt das neue 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaschutz und Bildung zu nutzen, subventioniere die Regierung fossile Energien und bremse die Modernisierung des Landes. Joswig betont:

„Was wir jetzt brauchen, sind Investitionen in neue Technologien, in gute Arbeit und Klimaschutz. Deutschland ist führend bei grünen Technologien – hier liegt der Wohlstand von morgen. Deshalb müssen fossile Projekte aus dem Sondervermögen ausgeschlossen werden.“

Die Grüne Bundestagsfraktion fordert gezielte Unterstützung für Wasserstoffwirtschaft, Start-ups und Digitalisierung, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern.

Soziale Gerechtigkeit im Fokus

Besonders kritisch sieht Joswig die ungleiche Verteilung der Entlastungen:

„Viele Menschen leiden weiter unter hohen Preisen, während alleine die Oberschicht von der Regierung Merz profitiert. Wir setzen uns für eine Senkung der Stromsteuer für alle, den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und die Stärkung der Wohngemeinnützigkeit ein, damit Wohnen in unserem Land bezahlbar bleibt.“

Gesellschaft und Demokratie stärken

Kritik übt Joswig auch an Kürzungen im gesellschaftlichen Bereich:

„Kürzungen bei Integrationskursen und politischer Bildung sind ein schwerer Fehler. Demokratie und Vielfalt brauchen gerade in Krisenzeiten gezielte Förderung.“

Die Grüne Bundestagsfraktion wolle daher Freiwilligendienste absichern, Integrationsangebote ausbauen und den Kulturpass sichern.

Deutschlands Verantwortung in Europa und der Welt

Auch international fordert Joswig mehr Engagement:

„Wir dürfen uns nicht zurückziehen. Humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie müssen ausgebaut werden. Außerdem wollen wir die Unterstützung für die Ukraine um 4,5 Milliarden Euro erhöhen, um das Land im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg zu stärken und Europas Souveränität zu sichern.“

Joswig macht klar, was die Grünen stattdessen wollen:

„Wir Grüne wollen einen Haushalt, der Zukunft schafft: mit Investitionen in Klimaschutz, Infrastruktur, Bildung und sozialen Zusammenhalt – für Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa.“

Zukunftstechnologie aus Berlin: Grundsteinlegung für Direct-Air-Capture-Anlage von Ucaneo

Ein kurzer Ausflug aus dem Bundestag führte mich ins Industriegebiet Marzahn-Hellersdorf – zu einem echten Stück Zukunftspolitik. Auf dem B.I.G. Campus wurde heute die Grundsteinlegung für die neue Direct-Air-Capture-Anlage des Berliner Climate-Tech-Startups Ucaneo gefeiert. Ich durfte ein Grußwort halten – und auch selbst mit Hand anlegen.

Was macht Ucaneo besonders?

Ucaneo entwickelt eine biomimetische, elektrochemische Technologie, die CO₂ direkt aus der Luft filtert – energieeffizient, modular und skalierbar. Inspiriert von der menschlichen Lunge gelingt es, CO₂ mehr als 50 % energieeffizienter und deutlich günstiger zu entfernen als mit herkömmlichen Verfahren.

  • Die neue Anlage in Berlin kann bis zu 150 Tonnen CO₂ pro Jahr binden – eine der größten elektrochemischen DAC-Anlagen Europas.
  • Künftig soll jedes modulare Element 500 bis 1000 Tonnen CO₂ jährlich speichern können.
  • Das gebundene CO₂ kann entweder sicher im Boden gespeichert oder für die Produktion von synthetischen Treibstoffen, in der Getränkeindustrie oder in der Chemie genutzt werden.

Warum ist das wichtig?

  1. Wir müssen nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch aktiv CO₂ aus der Atmosphäre entfernen.
  2. Berlin wird so zu einem sichtbaren Standort für ClimateTech.
  3. Der B.I.G. Campus zeigt, wie Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam Zukunftsorte schaffen.

Ucaneo hat Großes vor

„Wenn wir Start-ups wie Ucaneo Rahmenbedingungen geben wie hier in Berlin-Marzahn, dann können sie erfolgreich werden. Ich bin überzeugt: Diese Technologie wird Teil einer klimaneutralen Industrie in Deutschland und Europa sein.“

Die Gründer:innen Carla Glassl und Florian Tiller sowie ihr Team haben Großes vor: Ab 2035 will Ucaneo jährlich eine halbe Gigatonne CO₂ entfernen – rund ein Prozent der weltweiten Emissionen. Das ist ambitioniert, aber genau solche Ambitionen brauchen wir, wenn wir Klimaneutralität wirklich erreichen wollen.

SOTEU: Von der Leyen mit großen Worten – die Realität bleibt hart

Ursula von der Leyen hat heute in Straßburg ihre mit Spannung erwartete Rede zur Lage der Europäischen Union gehalten – den politischen Auftakt nach der Sommerpause. Normalerweise nutzt sie diesen Moment, um Bilanz zu ziehen und neue Initiativen anzukündigen.

Doch in diesem Jahr stand sie besonders unter Druck: Ein Misstrauensvotum im Parlament, Kritik am Handelsabkommen mit den USA und wachsende Zweifel an ihrer Führungsstärke haben die Erwartungen an diese Rede enorm erhöht.

Gleichzeitig ist die Lage ernst wie nie: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, die humanitäre Katastrophe in Gaza, steigende Preise und der globale Wettlauf um klimafreundliche Zukunftstechnologien.

Eines ist klar: Europa darf nicht abwarten.

Ukraine und Gaza: Klare Haltung gefordert

Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg bedroht nicht nur die Ukraine, sondern auch unsere eigene Sicherheit. Sanktionen müssen verschärft, Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen endlich beendet und die Ukraine politisch, finanziell und militärisch weiterhin unterstützt werden. Hierfür sollten auch die konfiszierten russischen Gelder („Frozen Assets“) endlich stärker genutzt werden. Halbherzigkeit stärkt nur Putin.

Zu Gaza fand die Kommissionspräsidentin unerwartet deutliche Worte: Eine menschengemachte Hungersnot darf niemals Kriegswaffe sein. Wer die Zwei-Staaten-Lösung untergräbt, schadet der gesamten Region. Europa muss mehr humanitäre Hilfe leisten und Sanktionen gegen diejenigen verhängen, die Gewalt schüren – ob Hamas oder rechtsextremistische israelische Minister.

Wirtschaft: Green Deal als Lösung, nicht als Problem

Von der Leyen hat Recht: Der Green Deal ist unsere Lebensversicherung. Nur mit Investitionen in saubere Technologien sichern wir Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit.

Doch die Ankündigung eines „Batterie-Boosters“ in Höhe von 1,8 Milliarden Euro kommt zu spät und ist ambitionslos. Während Porsche seine Batterieproduktion in Deutschland aufgibt, reicht Kleckern nicht. Wir brauchen einen echten Industriestandard: mehr Investitionen gibt es nur durch klare Nachhaltigkeitsregeln bei der öffentlichen Vergabe. „Made in Europe“ hört sich gut an, aber in Konsequenz heißt es vor allem: Europa braucht mehr Arbeitskräfte, bessere Infrastruktur und grüne Innovationen.

Kreislaufwirtschaft und Mobilität

Die Kreislaufwirtschaft muss zum Fundament der europäischen Industrie werden. Wer Rohstoffe im Kreislauf hält, macht uns unabhängig und schützt Klima und Umwelt. Von der Leyens Ankündigung, beim Rechtsakt für Kreislaufwirtschaft schneller voranzukommen, ist richtig – entscheidend ist die Umsetzung.

Auch bei der Mobilität muss Europa liefern. Von der Leyen hat angekündigt: Wir brauchen kleine, bezahlbare E-Autos aus Europa. Damit hat sie Recht, denn wenn wir dieses Segment weiterhin verschlafen, verlieren wir den Anschluss komplett – und überlassen den Markt China.

Handel und geopolitische Stabilität

Die USA bleiben unser wichtigster Handelspartner. Doch Handelsbeziehungen dürfen nicht bedeuten, sich erpressbar zu machen. Wir brauchen faire Bedingungen, klare Standards und einen selbstbewussten europäischen Kurs – gerade wenn Handelskriege drohen.

Wir müssen jetzt handeln!

Europa steht unter Druck. Sicherheit, Wohlstand und Demokratie sind keine Selbstläufer. Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede viele richtige Punkte benannt – aber Ankündigungen allein reichen nicht. Entscheidend ist, dass wir jetzt handeln: für die Ukraine, für eine menschliche Politik in Gaza, für eine starke, klimafreundliche Wirtschaft und für ein Europa, das auf Augenhöhe mit China und den USA steht.

Dienstwagen als Klimaschutz-Hebel: Warum die Elektrifizierung der Unternehmensflotten entscheidend ist

Mehr als jeder zweite Neuwagen in Europa ist ein Firmenwagen. Diese Fahrzeuge sind besonders viel im Einsatz – und damit für einen großen Teil der Pkw-Emissionen verantwortlich. Genau hier könnte die Politik ansetzen: Eine zügige Elektrifizierung der Unternehmensflotten wäre ein echter Gamechanger für den Klimaschutz.

Doch während die EU-Kommission prüft, verbindliche Regeln für emissionsfreie Unternehmensflotten einzuführen, stellt sich die Bundesregierung quer. Sie lehnt Quoten ab und verweist stattdessen vage auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur – ohne klare Pläne oder Zeitvorgaben.

Damit blockiert Schwarz-Rot einen der wichtigsten Hebel für die Antriebswende. Denn Firmenwagen landen häufig schon nach wenigen Jahren als vergleichsweise günstige Gebrauchtwagen bei Privathaushalten. So könnten gerade junge Familien und Menschen mit kleinerem Budget Zugang zu E-Mobilität bekommen.

Statement von Julian Joswig

„Mehr als die Hälfte aller verkauften Neufahrzeuge in der EU entfallen auf Firmenflotten, die aufgrund der stärkeren Nutzung für einen Großteil der Pkw-Emissionen verantwortlich sind. Eine zügige Elektrifizierung der Fuhrparks wäre ein großer Beitrag zum Klimaschutz und dem Hochlauf der europäischen E-Mobilität.

Elektrische Unternehmensflotten sind somit ein echter Hebel für die Antriebswende – von mehr Ladeinfrastruktur bis hin zu einem attraktiven Gebrauchtwagenangebot für private Haushalte. Da Firmenfahrzeuge schneller auf den Gebrauchtwagenmarkt kommen als Privatfahrzeuge, entsteht so ein kontinuierlicher Zustrom relativ neuer und preiswerter E-Autos.

Entscheidend ist, dass die Regeln praxistauglich sind: klare Zeitpläne, weniger Bürokratie und faire Kosten. Subventionen für fossile Dienstwagen müssen dagegen der Vergangenheit angehören, die Anreize müssen klar auf E-Mobilität ausgerichtet sein.“

Bildungsarbeit für Demokratie, Kultur und Europa – Besuch des Europahauses Marienberg (EHM)

Gemeinsam mit Mitgliedern aus dem GRÜNEN Kreisverband Westerwald habe ich das Europahaus Marienberg (EHM) in Bad Marienberg (Westerwaldkreis) besucht. Es präsentiert sich als eine auf einem Berg versteckt liegende Bildungsstätte, die in einer historischen Jugendstilvilla mit einem modernen Anbau aus den frühen 1990er Jahren untergebracht ist. Die Einrichtung widmet sich schwerpunktmäßig der politischen Bildung für Jugendliche und junge Erwachsene und fungiert darüber hinaus als Koordinationszentrum für alle Europaschulen in Rheinland-Pfalz. In dieser Funktion ermöglicht sie wichtige Netzwerkarbeit für Lehrkräfte.

Mit einer Kapazität von etwas über 120 Betten verfügt das Haus über eine beachtliche Größe. Die Statistik der Übernachtungen unterstreicht die Bedeutung der Einrichtung: Seit der Gründung im Jahr 1951 konnten über 260.000 Übernachtungen verzeichnet werden, was die kontinuierliche und intensive Nutzung der Bildungsstätte belegt.

Der Kreisverband Westerwald wurde vertreten durch die Direktkandidatin zur Landtagswahl Alexandra Abresch-Cäsar, Stadträtin Karoline Ließfeld sowie Kreisvorstandsmitglieder Eva Zimmermann und Dr. Ine Schmale. Das Leitungsteam des Hauses, bestehend aus Nicole Stecker, Elena Wakefield und Lena Krian, führte uns durch die Einrichtung.

Personalstruktur und internationale Ausrichtung

Ein Team von 25 Mitarbeitenden gewährleistet den reibungslosen Betrieb des Europahauses. Diese teilen sich auf in pädagogisches, hauswirtschaftliches und verwaltendes Personal, wodurch eine professionelle und umfassende Betreuung der Gäste sichergestellt wird.

Besonders hervorzuheben ist die internationale Ausrichtung des Hauses. Seit seiner Gründung wurden Gäste aus verschiedenen europäischen Ländern begrüßt, darunter aus Armenien, Frankreich, den Niederlanden, Portugal und Ungarn. Diese internationale Dimension unterstreicht den europäischen Bildungsauftrag der Einrichtung.

Pädagogisches Konzept und Finanzierung

Das pädagogische Konzept des Europahauses umfasst vier zentrale Bereiche: internationale Jugendbegegnungen, EU-Grundlagenseminare, Medienbildung sowie Streitschlichtung. Diese Themenvielfalt spiegelt die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wider und zeigt das Bemühen der Einrichtung, zeitgemäße Bildungsangebote zu entwickeln.

Die Finanzierung der Arbeit erfolgt über verschiedene öffentliche Fördermittel. Auf Landesebene unterstützen das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration sowie das Bildungsministerium die Einrichtung. Auf Bundesebene trägt die Bundeszentrale für politische Bildung zur Finanzierung bei, während auf europäischer Ebene das Erasmus+-Programm eine wichtige Säule darstellt.

Während der Führung wurden die verschiedenen Räumlichkeiten vorgestellt, die den Hausbewohnenden für Workshops, Medienarbeit und andere Aktivitäten zur Verfügung stehen. In einer abschließenden Gesprächsrunde präsentierte das Leitungsteam ausführlich das pädagogische Konzept des Hauses. Besonders erfreulich war die Bewirtung mit hausgemachtem Kuchen, die zur positiven Atmosphäre des Besuchs beitrug.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Im Gespräch mit dem Leitungsteam wurden verschiedene Herausforderungen deutlich, denen sich das Europahaus gegenübersieht. Als größte Aufgabe wurde die anstehende Restrukturierung in der personellen Aufstellung identifiziert.

Darüber hinaus berichteten die Pädagoginnen von einer in den vergangenen Jahren merklich spürbaren Spannung in der Gesellschaft, die sie in ihren Seminaren aufzufangen versuchen. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen stellen besondere Anforderungen an die Bildungsarbeit der Einrichtung.

Ein weiterer Sorgenbereich sind mögliche Kürzungen von Fördermitteln, die für die Weiterführung der inhaltlichen Arbeit von immenser Wichtigkeit sind. Die Abhängigkeit von öffentlichen Zuschüssen macht die Einrichtung anfällig für politische Entscheidungen und Haushaltskürzungen.

Schließlich steht dem Haus eine umfangreiche Sanierung bevor, um die Zimmer und Räumlichkeiten auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen. Diese baulichen Maßnahmen sind notwendig, um die Attraktivität der Einrichtung für zukünftige Gäste zu erhalten.

Fazit

Der Besuch im Europahaus Marienberg erwies sich als äußerst interessant. Die Einrichtung leistet seit über 70 Jahren einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung und zur europäischen Verständigung. Trotz der anstehenden Herausforderungen zeigt sich das Leitungsteam engagiert und zuversichtlich für die Zukunft. Die Bedeutung des Europahauses für die Region und darüber hinaus ist unbestritten. Es bleibt zu wünschen, dass die notwendigen Ressourcen für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben zur Verfügung gestellt werden, damit diese wichtige Bildungseinrichtung ihre wertvolle Arbeit auch in Zukunft fortsetzen kann.

Gespräch zur Bundesgartenschau 2029 im Rathaus Oberwesel

Anlässlich meiner Sommertour hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Dominik Loch, Kreisvorsitzender und Direktkandidat zur Landtagswahl, sowie Tanja Paschek, Mitglied des Stadtrats Oberwesel und Ortsverbandsvorsitzende, ein ausführliches Gespräch mit den Verantwortlichen der Bundesgartenschau 2029 (BUGA 2029) zu führen. Im Oberweseler Rathaus trafen wir uns mit Sven Stimac, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH (BUGA GmbH), und Wiebke Neumann, Leiterin Kommunikation, um über die Planungen und Zielsetzungen dieser bedeutsamen Veranstaltung zu sprechen.

Vision und regionale Entwicklung

Sowohl Frau Neumann als auch Herr Stimac betonten nachdrücklich, dass sie die Bundesgartenschau als wichtigen Multiplikator und Katalysator für die Entwicklung der gesamten Region rund um das Mittelrheintal verstehen. Diese Vision geht weit über eine reine Gartenschau hinaus und zielt auf eine nachhaltige Stärkung des gesamten UNESCO-Weltkulturerbes ab.

Infrastruktur und verbindende Funktion

Ein zentraler Diskussionspunkt war die Infrastrukturplanung der dezentralen Veranstaltung. Die BUGA 2029 erstreckt sich über die Spielorte Rüdesheim, Bingen, Bacharach, Lahnstein, das Loreleyplateau und Koblenz. Die Geschäftsleitung verfolgt das ambitionierte Ziel, 1,5 Millionen Eintrittskarten zu verkaufen. Dabei soll die Bundesgartenschau eine ideelle Bedeutung als verbindendes Element des Rheintals mit den umliegenden Regionen entfalten.

An den verschiedenen Standorten werden Parks und Uferbereiche gezielt aufgewertet, um attraktive Orte sowohl für Bürger als auch für Besucher zu schaffen. Diese Maßnahmen sollen eine dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität in der Region bewirken.

Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen

Zur Bekanntmachung der Bundesgartenschau sind bereits diverse Events angelaufen, die sich nach Auskunft der Geschäftsführung großer Beliebtheit erfreuen. In diesem Zusammenhang regte ich die Wiederbelebung bewährter Veranstaltungsformate wie „Tal Total“ oder den Mittelrheinmarathon an, um die regionale Vernetzung zu stärken und neue Besuchergruppen in die Region zu locken.

Strategische Partnerschaften

Besonders beeindruckt war ich von der breiten Kooperationsstruktur der BUGA GmbH. Die Organisation vernetzt sich eng mit der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH, dem „Romantischen Rhein“, dem Zweckverband Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal, der Verbraucherschutzzentrale, den Landesforsten sowie den Hochschulen in Bingen und Geisenheim.

Nachhaltigkeitskonzept und Barrierefreiheit

Die Verantwortlichen erläuterten ihr Konzept einer Veranstaltung mit ganzheitlichen Ansätzen, die auch den Klimawandel beispielsweise im Gartenbau im Visier hat. Besonders wichtig ist der BUGA GmbH die Schaffung barrierefreier Angebote für Jung und Alt. Diese Maßnahmen sollen vor der Kulisse der einmaligen Kulturlandschaft des Mittelrheintales ihre volle Wirkung auf die Besuchenden entfalten.

Mobilität und Verkehrsplanung

Loch und Paschek sprachen wichtige Aspekte der Mobilitätsplanung und die notwendige Sanierung der neuralgischen Bahnhaltepunkte an. Die BUGA GmbH begegnet diesen Herausforderungen proaktiv, indem sie diverse Flächen für die An- und Abreise anmietet. Von diesen Standorten aus soll ein stressfreier Pendelverkehr gewährleistet werden, der den Besuchern eine komfortable Anreise zu den verschiedenen Spielorten ermöglicht.

Fazit

Das Gespräch verdeutlichte mir eindrucksvoll, dass die Bundesgartenschau 2029 weit mehr als eine temporäre Veranstaltung sein wird. Sie stellt ein zukunftsweisendes Projekt dar, das die Region nachhaltig stärken und als Modell für eine klimabewusste, barrierefreie und regional vernetzte Entwicklung dienen kann. Die professionelle Herangehensweise der BUGA GmbH und die breite Kooperationsstruktur stimmen mich optimistisch, dass dieses ehrgeizige Vorhaben zum vollen Erfolg werden wird.