Angriff auf Klimaschutzziele: Julian Joswig kritisiert widersprüchliche Klimapolitik der Bundesregierung

Die Aussagen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zur Klimapolitik sorgen für Unverständnis. Nachdem sie beim Tag der Industrie beim BDI eine Flexibilisierung der Klimaziele ins Spiel brachte, erklärte sie am Mittwoch im Ausschuss für Wirtschaft und Energie: „Ich stehe zum Ziel der Klimaneutralität 2045.“ Für den rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Julian Joswig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ist klar: Die Widersprüche der Ministerin untergraben Vertrauen – bei Bürgerinnen und Bürgern wie in der Wirtschaft.

„Reiche sagt heute so, morgen so. Klimaziele, Energiewende, Stromsteuer – es fehlt an Klarheit, Verlässlichkeit und Richtung. Wer auf Verbindlichkeit hofft, bekommt Widersprüche. Das ist das System Reiche“, so Joswig, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages.

Joswig kritisiert besonders Reiches Aussagen zur Energiewende. So habe sie heute erklärt, der Erfolg der Energiewende bemesse sich „nicht ausschließlich“ am Ausbau Erneuerbarer. „Aber wenn nicht daran – woran dann?“, fragt Joswig. „Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist das Herzstück der Energiewende. Ohne ihn kann Deutschland seine Klimaziele nicht erreichen.“

Auch beim Thema Wasserstoff agiere die Ministerin widersprüchlich. „Grüner Wasserstoff könne nicht verdrängt werden, weil es ihn noch nicht gebe – so die Ministerin. Genau deshalb brauchen wir jetzt entschlossene Investitionen in Infrastruktur, Produktion und Nachfrage. Sonst bleibt es beim ‘noch nicht’.“

Joswig warnt davor, dass diese Haltungswechsel nicht nur klimapolitisch problematisch seien, sondern auch wirtschaftlich riskant: „Wer klare politische Leitplanken für Investitionen sucht, bekommt von Ministerin Reiche vor allem Fragezeichen. Für Unternehmen bedeutet das: Kein verlässlicher Rahmen, keine Planungssicherheit, keine Perspektive.“

Für zusätzliche Irritation sorgt die abrupte Kehrtwende bei der Stromsteuer. Ursprünglich hatte die Bundesregierung eine spürbare Entlastung für alle angekündigt. Nun soll die Senkung nur noch für die Industrie kommen. „Das ist ein harter Schlag für private Haushalte und den Mittelstand“, so Joswig.

„Deutschland kann Vorreiter bei Erneuerbaren und grünem Wasserstoff sein – oder Zuschauer beim Rückbau der Klimaziele. Wir stehen klar zum Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Und wir wissen: Dafür braucht es nicht weniger Klimaschutz, sondern mehr. Heute – nicht morgen.“

Einführung des Euro in Bulgarien: Julian Joswig spricht im Plenum

Der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Julian Joswig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Obmann seiner Fraktion im Europa-Ausschuss, hat sich heute im Deutschen Bundestag zur geplanten Einführung des Euros in Bulgarien geäußert. In seiner Rede würdigte er den Schritt als „historisch“ und als klares Bekenntnis zu einem geeinten Europa.

„Bulgarien erfüllt alle objektiven Konvergenzkriterien. Das ist kein Zufall – es ist das Ergebnis harter politischer Arbeit und des Engagements der Menschen in Bulgarien“, betonte Joswig in seiner Plenarrede. Bereits zum 1. Januar 2026 soll Bulgarien der Eurozone beitreten.

Zugleich warnte Joswig vor gezielten Desinformationskampagnen durch pro-russische Netzwerke und rechtsextreme Akteure: „Sie schüren Ängste mit Falschinformationen über Enteignung, Inflation, den Verlust nationaler Kontrolle.“ Auch gegenüber der AfD wurde Joswig deutlich: „Sie von der AfD würden vielleicht lieber mit russischen Rubel oder gar mit Reichsmark zahlen, aber die Menschen in Europa verdienen eine starke Währung!“

Für Joswig ist klar: Der Eurobeitritt ist mehr als eine finanzpolitische Entscheidung – er sei ein geopolitisches Signal. „Der Eurobeitritt ist gut für Bulgarien – ja. Er ist aber auch gut für die Europäische Union, für die Wirtschaft und unseren Finanzmarkt.“ Besonders in einer Phase, in der internationale Unsicherheiten zunehmen, müsse Europa zusammenstehen.

Der Euro, so Joswig, sei Ausdruck europäischer Solidarität, Stabilität und wirtschaftlicher Verflechtung. Die Einführung müsse nun mit klarer Kommunikation, doppelten Preisangaben und starkem Verbraucherschutz begleitet werden, um Vertrauen zu schaffen.

Der Bundestag beriet heute über einen interfraktionellen Antrag von GRÜNEN, CDU/CSU und SPD zur Unterstützung des Eurobeitritts Bulgariens. „Bulgarien hat sich diesen Schritt hart erarbeitet – mit Reformen, mit Ausdauer, mit einem klaren europäischen Kurs“, so Joswig. „Nun liegt es an uns, dieses Vertrauen zu erwidern.“

Hier die Rede anschauen:

EU-Gipfel in Brüssel: Julian Joswig kritisiert deutsche Wirtschaftspolitik

Der rheinland-pfälzische Abgeordnete Julian Joswig, Obmann der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Europa-Ausschuss, äußert deutliche Kritik an der wirtschaftspolitischen Linie der Bundesregierung im Vorfeld des Europäischen Rates am 26. und 27. Juni 2025, bei dem sich die europäischen Staats- und Regierungschef*innen neben der Lage in der Ukraine und im Nahen Osten auch mit der Wettbewerbsfähigkeit der EU beschäftigen werden:

„In seiner Regierungserklärung kündigt Bundeskanzler Merz an, Deutschland zur Stimme für eine zukunftsfähige und wettbewerbsfähige Wirtschaft in Europa zu machen. Doch was seine Regierung wirtschaftspolitisch tatsächlich umsetzt, ist das genaue Gegenteil – nämlich rückwärtsgewandte Energie- und Standortpolitik, die uns weder zukunftsfähig noch wettbewerbsfähig macht“, erklärt Joswig.

Reiches Politik setzt falsche Impulse für Deutschlands Zukunftsfähigkeit

Besonders kritisiert Joswig die Linie von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie stelle offen das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 infrage, treibe den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur massiv voran und war zuletzt sogar Gast beim Nuclear Alliance Meeting – ein klarer Bruch mit dem Kurs auf erneuerbare Energien und nachhaltige Modernisierung.

„Statt auf Transformation, Innovation und nachhaltige Wirtschaftskraft zu setzen, steuert Ministerin Reiche Deutschland mit voller Kraft zurück ins fossile Zeitalter“, so Joswig. „Wer heute noch Milliarden in neue Gasinfrastruktur steckt und sich offen für den Wiedereinstieg in die Atomkraft zeigt, untergräbt nicht nur unsere eigenen Klimaziele – er gefährdet auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts im 21. Jahrhundert.“

Grüne Wirtschaftspolitik denkt ökologisch, europäisch und innovativ

Für Julian Joswig steht fest: Eine zukunftsfähige europäische Wirtschaft braucht eine echte sozial-ökologische Transformation – mit klarer Orientierung an den Pariser Klimazielen und europäischer Zusammenarbeit für nachhaltiges Wachstum.

Er fordert daher:

  • Klares Festhalten am Ziel der Klimaneutralität bis 2045 – ohne Ausnahmen, ohne fossile Nebenpfade.
  • Massive Investitionen in erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und klimaneutrale Produktion – gerade auch in strukturschwachen Regionen.
  • Eine aktive, europäisch abgestimmte Industriepolitik, die ökologische Modernisierung mit Innovationsförderung und sozialer Absicherung verbindet.

„Wenn Bundeskanzler Merz in Brüssel glaubwürdig für eine zukunftsfähige Wirtschaft eintreten will, muss er seine eigene Linie endlich auf Klimakurs bringen – sonst bleibt seine Ankündigung eine leere Worthülse“, so Joswig abschließend.

Wirtschaftspolitik in Schieflage: Reiche setzt mit Grimm den sozialen Zusammenhalt und die Arbeit der Wirtschaftsweisen aufs Spiel

Mit der Berufung der Ökonomin Veronika Grimm in ihren persönlichen Beraterkreis sendet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein deutliches Signal für eine marktliberale Wirtschaftslinie – eine Entscheidung, die sowohl inhaltlich zu hinterfragen ist als auch politisch für erhebliche Diskussionen innerhalb der Regierung sorgen dürfte: Frau Grimm befürwortet die Zurückhaltung des Staates selbst in Transformationsphasen und steht aufgrund ihrer Doppelfunktion im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und im Aufsichtsrat des börsennotierten Energiekonzerns Siemens Energy seit Langem in der Kritik. Der Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und unabhängiger wissenschaftlicher Arbeit ist hier vorprogrammiert.

„Wer sich freiwillig für eine Beraterin entscheidet, die auf der Gehaltsliste eines Energiekonzerns steht und sich öffentlich gegen gezielte Fördermaßnahmen wie dem sogenannten Social Leasing für Elektroautos für Haushalte mit geringem Einkommen argumentiert, sendet eine klare Botschaft: Sozialpolitische Aspekte spielen im Wirtschaftsministerium der CDU kaum eine Rolle, wirtschaftliche Verstrickungen werden ignoriert“, erklärt Julian Joswig, Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied der Grünen Bundestagsfraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages. „In einer Zeit wachsender sozialer Spannungen ist das ein fatales Signal.“
Grimms Berufung steht im offenen Kontrast zur Linie von Finanzminister Klingbeil, der mit Jens Südekum einen ökonomischen Berater berufen hat, der einen klaren Fokus auf eine aktive, staatliche Industriepolitik und soziale Ausgleichsmechanismen legt. Hier prallen zwei diametral entgegengesetzte ökonomische Weltanschauungen innerhalb der Bundesregierung aufeinander – ohne erkennbare Abstimmung.

Insgesamt müsse man sich die Frage stellen, welche Rolle der Sachverständigenrat mit seinen fünf „Wirtschaftsweisen“ noch spielt, wenn einzelne Bundesministerien sich ihre eigenen Beratergremien aufbauen. Neben Veronika Grimm hat Wirtschaftsministerin Reiche auch Volker Wieland und Justus Haucap als externe Berater in ihr Haus geholt, letzterer hatte sich in der Vergangenheit im Auftrag einer Lobbyorganisation kritisch gegenüber der Energiewende geäußert. „Die deutsche Wirtschaftspolitik darf nicht von Lobbyisten gelenkt werden, es braucht ein starkes, unabhängiges Beratergremium, das sich in seiner Mehrheit aus unabhängigen Stimmen der Wirtschaftswissenschaften zusammensetzt“, so Julian Joswig abschließend.

Besuch der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz in Speyer

Am Nachmittag des 11. Juni 2025 habe ich zusammen mit Prof. Dr. Armin Grau MdB die Deutsche Rentenversicherung Rheinland Pfalz (DRV RLP) an ihrem Sitz in Speyer besucht. Im Rahmen unseres vertrauensvollen Austausches mit der Amtierenden Vorstandsvorsitzenden Beate Petry und der Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Myriam Lauzi sowie der Geschäftsführererin Dr. Bettina Rademacher-Bensing und dem stellvertretenden Geschäftsführer Johannes Reichert sprachen wir über die vielfältige Rolle der Deutschen Rentenversicherung Rheinland Pfalz als Betreiberin von Rehabilitationskliniken sowie ihre strategische Ausrichtung und die Instandhaltung der Liegenschaften.

Die DRV RLP betreibt mehrere Rehabilitationskliniken, darunter die Mittelrheinklinik in meinem Heimatort Boppard-Bad Salzig. Die Klinik ist ausgelegt auf die psychosomatische sowie psychoonkologische Versorgung und bietet Arbeitsplätze für 120 Mitarbeitende. Durch die Instandhaltung des Bad Salziger Kurparks und die regionale Bedeutung als Arbeitgeber hat sie eine enorm große Bedeutung für das Obere Mittelrheintal.

Ein zentrales Thema des Gesprächs war neben dem Mangel, medizinisches Fachpersonal zur rekrutieren, die vorausschauende Planung hinsichtlich des Sanierungszustands der Liegenschaften der Rentenversicherung. Die DRV RLP agiert hier vorbildlich und proaktiv, um die Qualität der Rehabilitationsangebote langfristig sicherzustellen und die Infrastruktur auf einem modernen Standard zu halten.

Weiterhin wurde der Status der gesetzlichen Rentenversicherung erörtert. Dabei stand die Sicherung des Rentenniveaus im Fokus, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Beitragshöhe jenseits des Jahres 2031. Es wurden auch aktuelle politische Maßnahmen diskutiert, wie die Mütterrente III, die Aktiv-Rente sowie die Frühstart-Rente.

Insgesamt zeigte sich, dass die DRV Rheinland-Pfalz eine wichtige Rolle in der Gesundheits- und Rentenpolitik spielt, mit einem klaren Blick auf nachhaltige Entwicklung und die Bedürfnisse der Versicherten. Die strategische Ausrichtung auf Innovation und Infrastrukturpflege unterstreicht das Engagement der Organisation, auch in Zukunft eine stabile und qualitativ hochwertige Versorgung sowie eine solide Rentenabsicherung zu gewährleisten.

Besuch des Pharma-Unternehmens AbbVie in Ludwigshafen

Am 11. Juni 2025 habe ich zusammen mit Mathias Jurczak, dem Sprecher der GRÜNEN Ludwigshafen und Direktkandidat zur Landtagswahl, das Unternehmen AbbVie in Ludwigshafen besucht. Im Gespräch mit Dr. Susanne Griffiths (R+D LU Chief of Staff & Director Business Operations), Sebastian Wachtarz (Director Government & Corporate Affairs) sowie Wolfgang Reinert (Lead Corporate Government Affairs) erörterten wir die drängendsten Themen des Pharmaunternehmens.

Der Standort in Ludwigshafen ist der weltweit zweitgrößte Forschungsstandort der Firmengruppe und beschäftigt dort circa 2.000 Mitarbeitende. Wie viele Unternehmen ist AbbVie auf eine gute und zügige Regelung der Zuwanderung und Bleibemöglichkeiten von Fachkräften und ihren Familien angewiesen. In der Zeit der Ampelkoalition haben wir uns eingesetzt für die Modernisierung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, um die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu erleichtern, die Verfahren zu digitalisieren und Visa schneller zu vergeben. Die Hoffnung besteht, dass diese Positionen von der neu gewählten Regierung beibehalten werden.

Um auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, sieht AbbVie u.a. die Notwendigkeit, einzelne Berichtspflichten zu vereinfachen. Wir Grüne setzen uns für „gute Bürokratie“ und eine Vereinfachung ein: wir wollen überflüssige Verfahren abbauen, ohne Sicherheits- oder Umweltstandards aufzuweichen und ggfs. prüfen lassen, inwieweit eine Entlastung in den spezifischen, diskutierten Fällen möglich ist.

Während unseres Besuchs wurde deutlich, dass das Unternehmen einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft leistet: inklusive der Ausstrahleffekte trägt die Firma etwa
1 Milliarde Euro zum Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik bei. Die Pharmaindustrie hat strategische Bedeutung für die Gesundheitsversorgung, Innovation und wirtschaftliche Souveränität in Rheinland-Pfalz.

Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Erforschung und Entwicklung innovativer Therapien für die schwersten und komplexesten Erkrankungen der Welt. Das neue Forschungslabor, welches sich noch im Bau befindet, soll die Kapazitäten für zukünftige Innovationen erweitern.

Insgesamt war der Besuch bei AbbVie sehr aufschlussreich und gab uns einen guten Einblick in die bedeutende Arbeit und die strategische Ausrichtung des Standorts in Ludwigshafen.

Bundestagsabgeordneter Julian Joswig übernimmt neue europapolitische Verantwortung

Der rheinland-pfälzische Abgeordnete Julian Joswig, Obmann der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Europa-Ausschuss, übernimmt neue Aufgaben in der internationalen Zusammenarbeit: Als stellvertretendes Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PVER) wird er künftig die Interessen seiner Region und des Deutschen Parlamentes auch jenseits der Landesgrenzen bei den Sitzungen der internationalen Gremien in Paris und Straßburg vertreten.

Anstehende Plenarsitzung in Paris: Antrag zu Freizügigkeit und Rechtsstaat im Fokus

Am kommenden Montag, dem 16. Juni 2025, tagt die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung in der französischen Parlamentskammer in Paris, Julian Joswig MdB wird vor Ort dabei sein. Dem Gremium gehören 50 Abgeordnete des Deutschen Bundestages sowie 50 Abgeordnete der Assemblée nationale an. Auf der Tagesordnung der anstehenden Sitzung steht unter anderem der Antrag „Grenzenlose Freundschaft – Freizügigkeit schützen“, eingebracht von der Grünen-Abgeordneten Jeanne Dillschneider und dem französischen Abgeordneten Benjamin Lucas-Lundy. Die Resolution fordert ein klares Bekenntnis zur grenzüberschreitenden Bewegungsfreiheit, zur rechtsstaatlichen Migrationspolitik und zur deutsch-französischen Solidarität.

Mit Blick auf die intensivierten Grenzkontrollen zeigt sich Joswig besorgt: „An unseren Grenzen wird nicht kontrolliert – sie werden blockiert. Für Pendlerinnen und Pendler, für Familien und Unternehmen. Und für Schutzsuchende, denen der Zugang zu einem rechtsstaatlichen Asylverfahren verweigert wird. Diese Grenzblockaden zerstören Vertrauen, erzeugen Stau statt Sicherheit – und beschädigen das Herzstück der europäischen Idee: die Freizügigkeit.“

„Grenzpolitik darf nicht zum innenpolitischen Theater werden. Wer Pushbacks zum Vorbild macht und europäische Grundrechte an den Außengrenzen ignoriert, exportiert Willkür und Rechtsbruch – nicht Ordnung. Es braucht europäische Lösungen, keine nationalen Inszenierungen“, so Joswig, der den DFPV-Antrag zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit umfassend unterstützen wird.

Demokratie und Menschenrechte in Europa verteidigen

Neben dem Engagement im Deutsch-Französischen Gremium wird sich Joswig künftig auch in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates einbringen. Die Versammlung ist das älteste parlamentarische Forum Europas und widmet sich dem Schutz von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit in den 46 Mitgliedsstaaten des Europarates mit über 700 Millionen Bürgerinnen und Bürgern.

„Wenn rechte Kräfte Grenzen hochziehen, Desinformation streuen und das Asylrecht angreifen, dürfen wir nicht schweigen. Ich werde mich im Europarat dafür einsetzen, dass europäische Werte verteidigt werden“, so Julian Joswig MdB.

Jüngst sprach er im Plenum des Deutschen Bundestages, in seiner allerersten Rede als Abgeordneter, anlässlich der 75-jährigen Mitgliedschaft Deutschlands im Europarat. In seiner Rede betonte er die wichtige Arbeit der internationalen Parlamentarierversammlung, etwa zur Verurteilung der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine sowie zur Achtung der Menschenrechte auf dem europäischen Kontinent.

Antrittsgespräch bei VG-Bürgermeister Leo Wächter in Bernkastel-Kues

Am Nachmittag des 10. Junis war ich zu Besuch im Rathaus der Verbandsgemeinde Bernkastel-Wittlich, um mich mit Bürgermeister Leo Wächter um über die Anliegen und Projekte der VG auszutauschen.

Als zuständiger Berichterstatter meiner Fraktion für Tourismuswirtschaft war ich besonders von den touristischen Erfolgen der Verbandsgemeinde beeindruckt, deren Gastgeber jährlich rund 1,5 Millionen Übernachtungen zählen dürfen. Im Hinblick auf den Tourismus haben wir außerdem über die große Relevanz des Weinbaus für die Region sowie über die Potenziale einer umweltfreundlichen Moselschifffahrt gesprochen.

Abschließend ging es in dem Gespräch um die Verwendung der finanziellen Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen: Bürgermeister Wächter und ich waren uns einig, dass auch die Mittelmoselregion von den zusätzlichen Bundesmitteln profitieren solle und es hierzu verschiedene Möglichkeiten gäbe. Neben einem Ausbau von Alltagsradwegen in Richtung Bahnhof Wittlich-Wengerohr wären unter anderem auch Pilotprojekte für die Erzeugung klimafreundlicher Schifffahrtskraftstoffe denkbar.

Durch den Ausbau erneuerbarer Energien wurde in der Verbandsgemeinde bereits früh ein vorbildlicher Kurs eingeschlagen, wodurch man der Großzahl an rheinland-pfälzischen Kommunen einiges voraus ist und sich womöglich auch Potenzial für die industrielle Verwendung des produzierten Grünstroms bietet.

Besuch des Bundesarchivs in Koblenz

Am Dienstag, dem 10. Juni habe ich den Hauptstandort des Bundesarchivs in Koblenz besucht. Neben einem ausführlichen Austausch mit Präsident Dr. Michael Hollmann bot sich die Gelegenheit zur Besichtigung der beeindruckenden Magazinräume. 1952 als Archiv ohne Akten in der noch jungen Bundesrepublik gegründet, besteht das Bundesarchiv heute aus 23 Standorten. Es bewahrt Quellen von Kaiserreich und Kolonialzeit bis in die Gegenwart auf und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Seit 2021 umfasst es auch die Stasi-Unterlagen, die zuvor seit Ende der DDR von einer eigenen Behörde verwaltet wurden.

Die Mission des Bundesarchivs bleibt unverändert: sicherstellen, dass künftige Generationen historische Entwicklungen fundiert nachvollziehen und eigenständig bewerten können. Wie Entscheidungen dokumentiert werden, verändert sich im Zeitalter digitaler Kommunikation über Email und Messenger Dienste rasant. Hier ist es auch an der Politik, neue Wege der Dokumentation zu finden und an einer Kultur der Transparenz zu arbeiten, um Vertrauen in die Demokratie zu schützen. Gerade in Zeiten sogenannter „alternativer Fakten“ ist diese Transparenz enorm wichtig und das Bundesarchiv Teil der Infrastruktur einer Informationsgesellschaft.

Die Digitalisierung erleichtert den breiten Zugang zu historischen Quellen enorm. Beim Einsatz von KI ist ein differenzierter Umgang entscheidend: Sie kann effizient umfangreiche Quellen sichten, stößt aber bei der kritischen Einordnung historischer Kontexte an Grenzen, etwa im Nationalsozialismus.

Ein praktisches – und lange vorhersehbares – Problem am Standort Koblenz ist die Kapazität: Das Archiv ist nahezu voll. Bereits beim Bau in den 1980er Jahren waren drei zusätzliche Magazintürme vorgesehen, deren Zubau nun dringend vorangetrieben werden muss, um kostspielige Zwischenlösungen zu vermeiden. Nachhaltig tragfähige Lösungen müssen hier physische Anforderungen, und auch die Bedürfnisse der Nutzer:innen auf viele Jahrzehnte hinaus berücksichtigen. Als Politik sind wir gefordert, das Bundesarchiv so auszustatten, dass es den Zeugnissen der Vergangenheit gerecht wird, und ebenso den Praktiken der Dokumentation in der Gegenwart und den Anforderungen künftiger Generationen an ihr historisches Erbe.

Fußball verbindet – Julian Joswig MdB bei der Parlamentarier-EM in Vaasa

Am vergangenen Wochenende war ich gemeinsam mit dem Team des FC Bundestag bei der 52. Parlamentarier-Europameisterschaft im finnischen Vaasa. Auch wenn der sportliche Erfolg ausblieb – ich schaue zurück auf ein schönes, sportliches Wochenende mit spannenden Begegnungen.

Beim FC Bundestag spielen wir gemeinsam als Abgeordnete der demokratischen Fraktionen des Deutschen Bundestages zusammen. Auch wenn wir inhaltlich oft unterschiedlicher Meinung sind, widerlegen wir hier das Vorurteil, dass Politiker:innen sich nur streiten: Auf dem Platz und in der Kabine zählen Teamgeist, Fairness und Zusammenhalt.

Das traditionsreiche Turnier bringt (seit 52 Jahren!) Abgeordnete aus vier Ländern 🇨🇭🇦🇹🇫🇮🇩🇪 zusammen. Der Austausch über Parteigrenzen und Landesgrenzen hinweg ist viel wert. Gerade in Zeiten von Spaltung und internationaler Konflikte ist die europäische Freundschaft wichtiger denn je.

Danke an den Gastgeber Finnland für die tolle Organisation – und Glückwunsch zum verdienten Turniersieg! Das hat echt Spaß gemacht und beim nächsten Mal greifen wir wieder an!

📸 Helena Heimonen / Apollo Photo