Reisebericht: Begleitung des Außenministers nach Mexiko

Mexiko als wichtiger Partner

In der vergangenen Woche habe ich als Teil einer Delegation Außenminister Johann Wadephul nach Mexiko begleitet. Die Reise hat deutlich gezeigt: Mexiko ist für Deutschland ein zentraler Partner in Lateinamerika.

Die Ausgangslage für eine engere Zusammenarbeit ist gut. Rund 2.000 deutsche Unternehmen sind bereits in Mexiko aktiv. Gerade in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Trump neue Unsicherheiten in die internationale Ordnung bringen und China wirtschaftlich zunehmend Druck ausübt, liegt in der deutsch-mexikanischen Partnerschaft großes Potenzial. Für Deutschland und Europa ist Mexiko ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, die Außenwirtschaft breiter aufzustellen, Lieferketten zu diversifizieren und Kooperationen mit demokratischen Partnern außerhalb Europas zu stärken.

Menschenrechte und soziale Entwicklung

Zugleich ist die Lage in Mexiko komplex. Die Menschenrechtsituation bleibt hochproblematisch: Über 130.000 Menschen gelten offiziell als verschwunden, die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen. Diese Realität und die Gewalt der Kartelle stehen in einem starken Spannungsverhältnis zu den politischen Ambitionen der Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum.

Ein konkretes Beispiel für diese Ambitionen konnten wir in Mexiko-Stadt besuchen: die Utopía Mixiuhca. Auf über 80.000 Quadratmetern verbindet das Projekt kostenlose Sport-, Kultur-, Bildungs-, Gesundheits- und Betreuungsangebote für die Menschen vor Ort. Solche Orte allein lösen nicht die großen Sicherheits- und Menschenrechtsprobleme des Landes, zeigen aber, wie soziale Infrastruktur Teilhabe und Lebensqualität in benachteiligten Stadtteilen konkret stärken kann.

Plan México und wirtschaftliche Perspektiven

Dazu passt auch der Plan México, mit dem die mexikanische Regierung eine industrie- und wirtschaftspolitische Zukunftsstrategie verfolgt. Ziel ist es, Investitionen anzuziehen, Wertschöpfung im Land zu stärken, strategische Sektoren auszubauen und Mexiko besser in internationale Lieferketten einzubinden. Diese strategische Klarheit, die Verbindung von Industriepolitik, sozialer Entwicklung und internationaler Positionierung, ist auch für Europa interessant.

Warum persönliche Diplomatie zählt

Solche Reisen zeigen, wie wichtig persönlicher Austausch in der Außenpolitik ist. Im Rahmen der binationalen Kommission konnten die Bundesregierung und die mexikanische Regierung wichtige Beschlüsse zur weiteren Zusammenarbeit fassen und neue Projekte vereinbaren. Auch auf parlamentarischer Ebene ging es darum, Netzwerke zu stärken, Perspektiven auszutauschen und voneinander zu lernen.

Ich halte es zudem für wichtig, dass der Außenminister bei solchen Reisen auch Oppositionsabgeordnete einbindet. Denn bei allen politischen Unterschieden gilt: In der internationalen Zusammenarbeit vertreten wir nicht zuerst Parteien, sondern die Bundesrepublik Deutschland und ihre 83,5 Millionen Menschen.

Die Reise hat deutlich gemacht: Die deutsch-mexikanischen Beziehungen haben eine starke Grundlage – und noch viel Potenzial für die Zukunft.

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