Am Standort Worms habe ich gemeinsam mit der grünen Landesvorsitzenden Carolin Cloos sowie Mitgliedern des grünen Kreisverbandes das Unternehmen PamSun besucht, eine Tochtergesellschaft der TST Logistics GmbH. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Geschäftsführerin Katrin Herda stand der Auf- und Ausbau einer eigenen Infrastruktur zur Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien in der Logistikbranche – ein Thema, das exemplarisch zeigt, wie Klimaschutz und wirtschaftliche Wertschöpfung in einer besonders energieintensiven Branche zusammengedacht werden können.
Unternehmen und Geschäftsmodell
PamSun wurde als eigene Projektgesellschaft der TST GmbH gegründet und widmet sich der Planung, Errichtung, dem Betrieb, der Wartung und dem Ausbau von Photovoltaikanlagen, Ladestationen für E-Mobilität und Batteriespeichern sowie der Vermarktung der daraus erzeugten erneuerbaren Energie. Die TST GmbH selbst ist mit mehr als 3.500 Beschäftigten und 75 Logistikstandorten allein in Deutschland – TST-weit über 75 Standorten in Deutschland, Europa und den USA – ein Schwergewicht der Branche, sodass die hier entwickelten Lösungen ein erhebliches Skalierungspotenzial besitzen.
Das Geschäftsmodell von PamSun ruht auf drei Säulen. Die erste ist der Aufbau eines eigenen Energieökosystems: Auf den Dächern und Wänden der TST-Logistikzentren entstehen großflächige PV-Anlagen, deren Strom über ein intelligentes Energiemanagement sowohl für den Eigenbedarf als auch für die Ladeinfrastruktur genutzt wird. Die zweite Säule ist die Ladeinfrastruktur selbst: PamSun plant und betreibt Depot-Ladeparks für E-Lkw-Flotten. Die dritte Säule trägt den Namen „dragonize“ – ein offenes, überbetriebliches Ladenetz, das nicht nur der eigenen Flotte, sondern der gesamten Logistikbranche zur Verfügung stehen soll.
Ziele
Katrin Herda erläuterte die konkreten Zielmarken des Unternehmens: Jährlich sollen rund 70.000 Megawattstunden Ökostrom produziert werden, die direkt in die Energiewende fließen. Parallel dazu treibt PamSun den Aufbau eines bundesweiten Ladenetzes für den Schwerlastverkehr voran, das ausdrücklich auch Kunden und externen Spediteuren offensteht. TST als Muttergesellschaft strebt an, bis 2035 klimaneutral zu werden, und der Standort Worms soll dabei als Blaupause für mehr als 20 weitere Logistikzentren in Deutschland dienen.
Bereits erreichte Meilensteine
Am 20. März 2025 wurde in Worms unter der neuen Marke „PamSun“ der erste Schnellladepark für E-Lkw eröffnet – nach Angaben des Betreibers die größte Schnell-Ladestation für E-Lkw in Rheinland-Pfalz. Acht Ladepunkte (DC-Charger) mit einer Ladeleistung von 3 x 400 kW, 3 x 240 kW und 2 x 160 kW stehen dort zur Verfügung. Als erste Nutzer der Ladeinfrastruktur konnten bereits namhafte Unternehmen gewonnen werden. Bis Mitte 2025/2026 sollen mit Wevelinghoven in Nordrhein-Westfalen und Alzey in Rheinland-Pfalz zwei weitere Standorte eigene Schnellladestationen erhalten. Ende 2025 sollte die TST-Flotte um 30 zusätzliche E-Lkw auf über 150 Nutzfahrzeuge insgesamt anwachsen, und im September 2025 ist „dragonize“ als eigene Marke für das überbetriebliche Ladenetz gestartet.
Gespräch und Besichtigung
Nach der Unternehmenspräsentation, in der Katrin Herda Strategie und Meilensteine anschaulich darstellte, folgte eine Besichtigung der Lkw-Ladestationen vor Ort. Bemerkenswert ist der Anspruch, die deutschlandweit geplanten Ladestationen künftig stets mit einem „Social Hub“ zu verbinden – mit Bistro, WC und kleinem Laden –, um die Ladezeit für Fahrerinnen und Fahrer angenehmer zu gestalten und zugleich einen sozialen Ankerpunkt entlang der Logistikrouten zu schaffen.

Fazit
Der Besuch bei PamSun hat gezeigt, wie ein etablierter Logistikkonzern die Energiewende nicht nur als Verpflichtung, sondern als eigenständiges Geschäftsfeld begreift. Die Verbindung von Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und einem offenen, überbetrieblichen Netz wie „dragonize“ macht deutlich, dass der Schwerlastverkehr eine zentrale Rolle für das Gelingen der Verkehrswende spielen kann – vorausgesetzt, Unternehmen investieren mit dem nötigen Weitblick in eigene Energieinfrastruktur. Für unsere Region ist besonders erfreulich, dass Worms als Blaupause für den bundesweiten Ausbau dient und damit über den Standort hinaus Strahlkraft entfaltet. Der gute und offene Austausch mit Katrin Herda sowie mit der Landesvorsitzenden Carolin Cloos und dem grünen Kreisverband hat wichtige Impulse für die weitere politische Begleitung dieses Themas gegeben.