Stadtentwicklung in Trier Nord: Besuch bei der Wohnungsgenossenschaft am Beutelweg e.G. in Trier

Gemeinsam mit dem Grünen Kreissprecher Philipp Anton habe ich die Wohnungsgenossenschaft am Beutelweg e.G. (WOGEBE) in Trier besucht und mich mit Geschäftsführer Maximilian Landgraf über die Arbeit der Genossenschaft und die Entwicklung des Stadtbezirks Trier-Nord ausgetauscht.

Die WOGEBE wurde 1991 aus der Gemeinwesenarbeit des Bürgerhauses Trier-Nord heraus gegründet. Ziel war es von Anfang an, die problematische Wohn- und Lebenssituation der Menschen rund um die Straßen Am Beutelweg und Ambrosiusstraße zu verbessern – einem klassischen sozialen Brennpunkt mit schlechter Bausubstanz, niedrigem Bildungsstandard und hoher Arbeitslosigkeit. 1995 erweiterte die Genossenschaft ihr Portfolio um eine Konversionssiedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern des Landes, um die finanzielle Basis zu stärken und im Quartier unterschiedliche Wohnformen zu ermöglichen. Seit dem Jahr 2000 ist die WOGEBE im Auftrag der Stadt Trier Trägerin des Programms „Soziale Stadt“ Trier-Nord und bündelt in dieser Funktion bauliche und soziale Maßnahmen, einschließlich des Quartiersmanagements.

Herr Landgraf schilderte mir, dass die Genossenschaft heute Eigentümerin von rund 500 Wohnungen ist, die größtenteils auf Erbbaurechtsgrundstücken der Stadt Trier im Programmgebiet Soziale Stadt im Stadtbezirk Nells Ländchen stehen. Besonders beeindruckt hat mich das Konzept der „Integrativen Sanierung“, nach dem 90 Prozent des Bestands saniert wurden: Die bauliche Sanierung wird dabei mit der Beschäftigungsintegration der Bewohnerinnen und Bewohner sowie mit gemeinwesenorientierter Sozial- und Bildungsarbeit verbunden.

Auch bei der Finanzierung geht die WOGEBE eigene Wege. Bis 2010 wurden unter ihrer Federführung für die bauliche und soziale Entwicklung des Stadtbezirks Investitionen von über 54 Millionen Euro mobilisiert. Über die Tochterfirma HVS GmbH werden bis zu 20 Prozent der Bauleistungen als Eigenleistung der Bewohnerinnen und Bewohner im Sinne der Selbsthilfe eingebracht. Als aktuelles Beispiel stellte mir Herr Landgraf das Neubauprojekt in der Thyrsusstraße vor: elf Wohneinheiten, gefördert vom Land Rheinland-Pfalz mit Bundesmitteln, mit einer 30-jährigen Sozialbindung für einkommensschwache Haushalte und einer PV-Anlage samt Mieterstromangebot. Dank der Förderung können die Wohnungen für 7,45 Euro pro Quadratmeter an Haushalte mit geringem Einkommen vermietet werden.

Im Zentrum des Selbstverständnisses der WOGEBE steht die Schaffung, Erhaltung und Verbesserung von bezahlbarem Wohnraum für Menschen, Familien und Alleinerziehende mit geringen Chancen auf dem Wohnungsmarkt. Die Genossenschaft versteht sich als Vernetzerin relevanter Akteure vor Ort und als Mitgestalterin von Trier-Nord als zukunftsfähigem Gemeinwesen.

Beim anschließenden Rundgang durch das Viertel erklärte mir Herr Landgraf anhand einzelner Gebäude, wie sich das Quartier zusammensetzt und entwickelt hat. Deutlich wurde dabei, wie sehr das Quartiersmanagement zur Verbesserung der Lebensqualität und der Zukunftschancen der Menschen in Trier-Nord beigetragen hat – ein Beispiel dafür, wie bauliche Sanierung und soziale Arbeit erfolgreich zusammengedacht werden können.

Ich danke Herrn Landgraf für den offenen und informativen Austausch und den spannenden Einblick in die Arbeit der WOGEBE sowie Philipp Anton für die gemeinsame Organisation des Besuchs.

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