Die Idee der Tafeln in Deutschland ist mittlerweile über 30 Jahre alt: 1993 wurde in Berlin die erste Tafel gegründet, um überschüssige, aber einwandfreie Lebensmittel gezielt an Menschen weiterzugeben, die sie sich sonst nicht oder nur schwer leisten könnten. Aus dieser ersten Initiative ist ein bundesweites Netzwerk von heute weit über 900 Tafeln geworden, getragen fast ausschließlich von ehrenamtlichem Engagement. Auch bei uns im Rhein-Hunsrück-Kreis ist daraus über die Jahre eine feste Institution geworden, die aus dem sozialen Leben der Region nicht mehr wegzudenken ist.
An letzten Dienstag, dem wöchentlichen Ausgabetag, durfte ich in der Ausgabestelle Kastellaun einen Vormittag lang selbst mit anpacken – und war beeindruckt, wie durchdacht und eingespielt dort alles abläuft. Rund einhundert Haushalte gehören zum festen Kundenkreis der Kastellauner Tafel, vom Einpersonenhaushalt bis zur zehnköpfigen Familie. Diese Bandbreite zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich die Lebenssituationen sind, in denen Menschen auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind.
Der Tag beginnt lange bevor die Ausgabe öffnet: Schon am frühen Morgen sind die ehrenamtlichen Logistiker unterwegs und fahren nach einem festen Schema die Supermärkte der Umgebung ab, um dort die gespendete Ware einzusammeln. Zurück in der Ausgabestelle wird alles sortiert und auf die verschiedenen Stationen verteilt – für Frischware, für Brot und andere Backwaren, für gekühlte Lebensmittel. Die registrierten Kundinnen und Kunden durchlaufen anschließend nach einem festen zeitlichen Plan alle Stationen, sodass die Ausgabe organisiert und ohne lange Wartezeiten abläuft.
Seit dem Sommer steht die Tafel in Kastellaun unter neuer Leitung: Karin Wilhelmi und Sandra Hölzner koordinieren seither die Ehrenamtlichen und packen dabei selbst kräftig mit an. Beide haben mir erzählt, dass sie sich sehr über tatkräftige Verstärkung freuen würden – sowohl in der Ausgabe selbst als auch in der Logistik als Fahrerin oder Fahrer.
Mir hat die Mitarbeit sehr viel Freude gemacht und ich möchte mich an dieser Stelle herzlich für die Gelegenheit bedanken, die Ehrenamtlichen der Tafel Rhein-Hunsrück ein Stück weit unterstützen zu dürfen. Um die Tafel fortan fest zu unterstützen, bin ich noch vor Ort Mitglied im Trägerverein geworden. Wer selbst Lust hat, sich zu engagieren, ist in Kastellaun jederzeit herzlich willkommen.