Zeit schenken, zuhören, begleiten: Bundestagsabgeordneter Julian Joswig im Austausch mit der Hospizgemeinschaft Simmern-Hunsrück e. V.

Wie wichtig eine würdevolle Begleitung schwerstkranker Menschen und ihrer Angehörigen ist, wurde beim Besuch von Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, bei der Hospizgemeinschaft in Simmern deutlich. Gemeinsam mit Mitgliedern aus dem grünen Kreisverband hatte Joswig sich mit sechs ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleitern getroffen, um mehr über die tägliche Arbeit, die Erfahrungen und die Herausforderungen in der ambulanten Hospizarbeit zu erfahren. Begleitet wurde das Gespräch von Frauke Paulus, die als hauptamtliche Koordinatorin bei der Hospizgemeinschaft tätig ist.

Der Verein kann auf ein großes ehrenamtliches Engagement bauen: Insgesamt 65 Menschen sind ehrenamtlich für die Hospizgemeinschaft tätig, neun weitere befinden sich derzeit in Ausbildung. Ihre Aufgabe ist es, schwersterkrankte Menschen ambulant zu begleiten – zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen. Dabei steht häufig etwas im Mittelpunkt, das im Alltag leicht unterschätzt wird: Zeit. „Hospizarbeit bedeutet nicht, dass immer nur über Krankheit, Sterben und Tod gesprochen wird. Es geht vor allem darum, für Menschen da zu sein, zuzuhören und gemeinsam Zeit zu verbringen. Dabei wird durchaus auch mal gelacht“, so Frauke Paulus.

Die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter leisten dabei nicht nur wichtige Unterstützung für die erkrankten Menschen selbst. Auch die Angehörigen werden entlastet und gerade für Familien kann diese Begleitung eine wichtige Unterstützung in einer oftmals sehr belastenden Lebenssituation sein. Die Arbeit des Vereins geht dabei weit über die Begleitung am Lebensende hinaus. Der Hospizverein bietet beispielsweise „Letzte-Hilfe-Kurse“ an und ist im Rahmen von „Hospiz macht Schule“ auch in Schulen aktiv. Dort wird Bildungsarbeit geleistet und jungen Menschen ein Zugang zu den Themen Sterben, Tod, Trauer und Abschied ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Trauerbegleitung. Rund 50 Prozent der Arbeit des Vereins entfallen auf die Unterstützung von Familien in der Trauer. Dieser Bereich wird durch Spenden finanziert. Besonders wertvoll empfand der Bundestagsabgeordnete Julian Joswig die Offenheit der Ehrenamtlichen, die ihre persönlichen Erfahrungen aus der täglichen Begleitung teilten. Neben vielen positiven und berührenden Erlebnissen wurden auch schwierige und ernste Themen angesprochen. Dadurch entstand ein sehr persönlicher und zugleich informativer Einblick in die Hospizarbeit. „Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Zeit, Menschlichkeit und Engagement die Ehrenamtlichen Menschen in einer besonders schwierigen Lebensphase begleiten. Diese Arbeit ist von unschätzbarem Wert für eine würdevolle Begleitung am Lebensende“, so Julian Joswigs Fazit.

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