Wie eng wollen die EU und Kanada künftig zusammenarbeiten? Diese Frage steht im Mittelpunkt des EU-Kanada-Gipfels in Montreal am 30. und 31. Oktober. Auf der Agenda stehen unter anderem die wirtschaftliche Zusammenarbeit, sichere Lieferketten, kritische Rohstoffe sowie die Kooperation bei Sicherheit und Verteidigung.
Angesichts der zunehmend unberechenbaren US-Politik haben Europa und Kanada ein gemeinsames Interesse: wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren, ihre Zusammenarbeit vertiefen und geopolitisch eigenständiger werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat dafür eine „assoziierte EU-Mitgliedschaft“ Kanadas ins Spiel gebracht. Der Vorschlag ist bislang rechtlich und politisch kaum ausgestaltet. Umso wichtiger wäre es, den Gipfel zu nutzen, um daraus einen konkreten Fahrplan für eine engere Partnerschaft zu entwickeln.
Doch ausgerechnet die Bundesregierung bremst bei der geplanten Gipfelerklärung, weil sie sich am Begriff der assoziierten Mitgliedschaft stört.
Europa muss seine geopolitischen Chancen nutzen, statt sie in Debatten über Begrifflichkeiten zu verspielen.