Hier geht’s zur Rede: https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7648330
Ein Jahr Trump 2.0: Merz Zurückhaltung schwächt Europa
Zum ersten Jahrestag der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump warnt der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Julian Joswig (Bündnis 90/Die Grünen und Obmann im Europaausschuss) vor den Folgen der neuen US-Außenpolitik für Deutschland und insbesondere für Rheinland-Pfalz. Zugleich kritisiert er die aus seiner Sicht zögerliche Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz:
„Ein Jahr Trump II zeigt: Das ist nicht bloße Provokationsrhetorik, sondern eine Politik, die Druck ausübt, Drohungen wahrmacht und Macht gezielt einsetzt. Friedrich Merz und seine Bundesregierung wirken dabei geradezu orientierungs- und machtlos. Das ist gefährlich, gerade für Rheinland-Pfalz.
Unser Bundesland ist stark exportorientiert und ein zentraler sicherheitspolitischer Standort. Zehntausende Amerikanerinnen und Amerikaner leben hier, Stützpunkte wie Ramstein oder Spangdahlem prägen die Region seit Jahrzehnten. Diese enge transatlantische Verbindung sowie persönliche Freundschaften sind Teil unseres Alltags vor Ort. Aber Verbindung ist nur dann erfolgreich, wenn sie auf Augenhöhe, nicht aus Abhängigkeit stattfindet. Wenn Handelskonflikte eskalieren oder Sicherheitsgarantien politisch verhandelbar werden, trifft das zuerst unsere Regionen, unsere Unternehmen und die Beschäftigten.
Trump hat in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass er Zölle, territoriale Drohungen und politische Erpressung gezielt als Machtinstrumente einsetzt. Das ist kein Zufall, das ist Kalkül. Wer glaubt, man könne dem mit Zögern und Beschwichtigung begegnen, irrt. Die Linie von Friedrich Merz und Jens Spahn – nur nicht anecken, nur keinen Konflikt riskieren – schwächt Europa und ist deshalb gefährlich.
Joswig fordert deshalb eine klare europäische Antwort: wirtschaftlich und sicherheitspolitisch. Wir müssen unabhänger werden: bei Lieferketten, bei Handel, bei Verteidigung. Nicht gegen die USA, sondern damit Partnerschaft auf Augenhöhe möglich bleibt. Denn Souveränität bedeutet nicht, alles allein zu machen. Sie bedeutet, nicht erpressbar zu sein.
Diese Fragen stehen auch im Mittelpunkt der aktuellen Debatte zur Überarbeitung der Europäischen Sicherheitsstrategie und zum Umgang mit den jüngsten Zolldrohungen. Gemeinsam mit einer Delegation des Europaausschusses ist Joswig derzeit im Rahmen der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft in Nikosia, um über diese Themen zu beraten.
Für Rheinland-Pfalz darf das keine abstrakte Debatte bleiben. Es geht um Arbeitsplätze, um Sicherheit, um Stabilität. Um die Zukunft einer vertrauensvollen Partnerschaft auf Augenhöhe. Ein stärkeres, eigenständigeres Europa ist keine Ideologie, sondern eine Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft selbst über unsere Interessen entscheiden können.
Meine Rede zur Bundeswehr-Beschaffung
In meiner Rede zum neuen Bundeswehrbeschaffungsgesetz (BwPBBG) habe ich im Bundestag deutlich gemacht: Es ist richtig, Beschaffungsprozesse zu beschleunigen – aber das allein reicht nicht. Schnellere Verfahren helfen wenig, wenn am Ende niemand liefern kann, was die Bundeswehr braucht. Die Engpässe liegen nicht primär im Vergaberecht, sondern in fehlenden Produktionskapazitäten, mangelnder strategischer Planung und einer zu geringen europäischen Koordination. Gerade jetzt muss Sicherheit endlich europäisch gedacht werden.
Ich habe in meiner Rede vier zentrale Punkte betont: Erstens darf das Gesetz industriepolitische Chancen – etwa bei Dual-Use-Technologien und grünen Leitmärkten – nicht verpassen. Nachhaltigkeit und Sicherheit gehören zusammen. Zweitens müssen wir die Innovationskraft von Start-ups und Mittelständlern stärker einbinden, statt nur die großen Konzerne zu begünstigen. Drittens braucht es Transparenz und parlamentarische Kontrolle, gerade wenn wir Milliarden in die Hand nehmen. Und viertens gilt: Nur durch europäische Kooperation können wir bei der Rüstungsbeschaffung effizient, glaubwürdig und strategisch handeln.
Der Besuch im Beschaffungsamt (BAAINBw) in Koblenz vor wenigen Wochen hat mir noch einmal gezeigt, wie groß der Wille dort ist, Strukturen zu verbessern – und wie dringend politischer Rückhalt nötig ist. Mein Dank gilt allen, die in der Bundeswehr und ihren zivilen Strukturen tagtäglich Verantwortung tragen. Wir schulden ihnen ein System, das nicht nur schneller, sondern auch zielgerichtet, europäisch und verlässlich funktioniert.
Hier geht’s zur Rede: https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7647519
Handwerk & Hightech im Hunsrück: Besuch der Firma GOLDBECK
Am 8. Januar habe ich das neue Produktionswerk der Firma GOLDBECK am Standort Kirchberg im Hunsrück in Begleitung von Lutz Schendel (Grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Bernkastel-Kues, Morbach, Kirchberg) sowie Dominik Loch (Grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Rhein-Hunsrück) besucht. Als Ansprechpartner vor Ort stand uns Dr. Marco Molitor, Leiter des neu errichteten Werks für Betonfertigteile, für einen intensiven Austausch und einen Blick hinter die Kulissen zur Verfügung.
Bei meinem Besuch lernte ich GOLDBECK als führenden Hersteller von Betonfertigbauteilen und Gebäude mit mehreren Produktionsstandorten in Deutschland, Polen und Tschechien kennen. Das Unternehmen bedient ein breites Kundenspektrum, das sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt hat. Neben privaten Auftraggebern aus der Wirtschaft, die insbesondere die kurzen Bauzeiten und die termingerechte Fertigstellung schätzen, erfuhr ich von einem zunehmenden Anteil öffentlicher Auftraggeber. Beispielsweise gehören Kommunen und die Bundeswehr zu den wachsenden Kundengruppen, die auf die Fertigbauweise setzen.
Im Gespräch mit Dr. Molitor wurde uns erläutert, dass der Standort Kirchberg im Hunsrück von GOLDBECK bewusst aus strategischen Überlegungen ausgewählt wurde. Die geografische Lage bietet optimale Voraussetzungen für die logistische Verteilung der Produkte in der Region. Diese zentrale Position ermöglicht effiziente Transportwege und trägt zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens bei.
Ein zentraler Schwerpunkt unseres Austauschs mit Dr. Molitor lag auf der nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens. Wir konnten uns davon überzeugen, dass GOLDBECK am Standort Kirchberg mehrere Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Energieeffizienz implementiert hat:
- Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen zur Eigenstromversorgung
- Wärmepumpen zur klimafreundlichen Beheizung der Gebäude
- Wasserrecycling im Herstellungsprozess zur Schonung der Ressourcen
Bei unserem Rundgang durch die Werkhalle wurden wir von Herrn Stoffel, Produktionsleiter des Werks, und Herrn Boos, Logistikleiter, begleitet. Dabei konnten wir die gesamte Prozesskette nachvollziehen: von der Anlieferung der Rohstoffe über die einzelnen Fertigungsschritte bis hin zur Verladung der fertigen Beton-Fertigbauteile.
Wir erfuhren, dass das Werk seit dem Produktionsstart im Oktober bereits zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Besonders bemerkenswert fanden wir die breite Qualifikationsstruktur der Belegschaft: Das Unternehmen stellt sowohl Fachkräfte aus dem Handwerk als auch Quereinsteiger aus artfremden Berufen ein und bietet somit vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region.
Die aktuelle Personalplanung beinhaltet die Einstellung zahlreicher neuer Produktionsmitarbeiter und die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses ab 2027. Diese Entwicklung zeigte uns das langfristige Engagement von GOLDBECK am Standort Kirchberg und die positive Perspektive für die regionale Arbeitsmarktsituation.
Fazit
Unser Besuch bei GOLDBECK in Kirchberg im Hunsrück hat einen sehr positiven Eindruck bei uns hinterlassen. Das Unternehmen verbindet moderne Fertigungstechnologie mit nachhaltigen Produktionsmethoden und schafft gleichzeitig attraktive Arbeitsplätze in der Region. Die strategische Standortwahl und die zukunftsorientierte Ausrichtung versprechen aus unserer Sicht eine dauerhafte Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur.
Grüne starten Spendenaktion für humanitäre Hilfe
Weltweit sind über 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig kürzt die Bundesregierung die Mittel drastisch: Für 2025 wurden sie mehr als halbiert und auch 2026 auf diesem niedrigen Niveau belassen. Das ist das geringste Budget für humanitäre Hilfe seit zehn Jahren – trotz wachsender Krisen und Bedarfe.
Gemeinsam handeln, wenn politische Mehrheiten fehlen
Weil diese Kürzungen im Bundestag nicht verhindert werden konnten, haben die Grünen-Abgeordneten Deborah Düring, Claudia Roth, Ophelia Nick, Boris Mijatovic und Julian Joswig eine gemeinsame Spendenaktion gestartet. Unterstützt wird das Hilfsbündnis Aktion Deutschland Hilft. Die Aktion läuft sieben Tage bis Heiligabend.
Jede Spende wirkt fünffach
Für jede Spende ab 10 Euro legen die fünf Abgeordnet*innen jeweils einen Euro dazu – also insgesamt fünf Euro pro Spende. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen und dort zu helfen, wo staatliche Unterstützung wegbricht.
Jetzt Solidarität zeigen
Private Spenden sind in dieser Situation wichtiger denn je. Jede Unterstützung hilft, Menschen in Not direkt zu erreichen und ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen.
👉 Zur Spendenaktion:
EU-Kommission rüttelt am Verbrenner-Aus
Am Dienstag, den 16. Dezember 2025 hat die EU-Kommission ihre neuen Pläne zum Verbrenner-Aus vorgestellt: Die ursprünglich geplanten Ausstiegsziele für neue Verbrenner ab 2035 sollen abgeschwächt werden.
Dazu erklärt Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, Obmann im Europaausschuss und Berichterstatter für Industriepolitik sowie für europäische Klimapolitik:
„Die geplante Aufweichung des Verbrenner-Aus ist ein schwerer klima- und industriepolitischer Fehler. Sie kostet am Ende Jobs in Europa und spielt der chinesischen Autoindustrie in die Hände – genau davor warnen inzwischen auch zahlreiche Ökonomen.
Was insbesondere die Union mit Manfred Weber und Friedrich Merz hier vorbereitet, sendet das falsche Signal zur falschen Zeit. Statt Planungssicherheit zu schaffen, werden zentrale Leitplanken wieder eingerissen. Das schwächt Investitionen, verzögert Innovationen und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie. Wer heute den Verbrenner künstlich am Leben hält, verspielt langfristig Wertschöpfung und Beschäftigung.
Die Realität ist klar: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Batterien werden günstiger, der Markt entwickelt sich dynamisch – und das global. Während China konsequent skaliert, diskutiert Europa über Rückschritte. Ein aufgeweichtes Verbrenner-Aus hilft kurzfristig einzelnen Geschäftsmodellen, langfristig aber verliert der Standort Europa. Genau deshalb sprechen Ökonomen und Branchenexperten wie Ferdinand Dudenhöffer zu Recht von einer Symboldebatte, die keine Arbeitsplätze sichert, sondern Unsicherheit schafft.
Richtig ist dagegen der Ansatz der EU-Kommission bei den Unternehmensflotten. Dass diese künftig gezielt auf elektrische Fahrzeuge ausgerichtet werden sollen, ist ein sinnvoller Schritt. Firmenflotten sind der zentrale Hebel im Automarkt: Sie sind für zwei Drittel der Neuwagen verantwortlich, beschleunigen den Hochlauf der Elektromobilität und sorgen für einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt. Wer hier ansetzt, stärkt Industrie, Klima und Verbraucher zugleich.
Europa braucht jetzt keine Debatten über angeblich ‚hocheffiziente Verbrenner‘, sondern klare und verlässliche Rahmenbedingungen: für E-Mobilität, für Ladeinfrastruktur und für eine europäische Batteriewirtschaft. Nur so sichern wir industrielle Wertschöpfung, gute Jobs und technologische Souveränität in Europa.“
Verbrenner-Aus gekippt: Warum das ein historischer Fehler ist
Die EU-Kommission hat eine weitreichende Kehrtwende vorgenommen: Die ursprünglich geplanten Ausstiegsziele für neue Verbrenner ab 2035 sollen abgeschwächt werden. Damit steht das bisherige Verbrenner-Aus faktisch vor dem Aus.
Dazu erklärt Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, Obmann im Europaausschuss und Berichterstatter für europäische Klimapolitik:
Das „Verbrenner-Aus“ ist gekippt. Und die Union feiert das als Erfolg – in Wahrheit ist es ein historischer Fehler.
Die EU-Kommission will die Ausstiegsziele lockern und neue Verbrenner auch nach 2035 zulassen. Faktisch ist das Verbrenner-Aus damit vom Tisch. Und das ausgerechnet auf Druck der Deutschen Bundesregierung und Friedrich Merz’ Briefe nach Brüssel. Was hier passiert, ist brandgefährlich – für Jobs, für unsere Industrie und für Europas Wettbewerbsfähigkeit. Aus drei Gründen.
1. Diese Kehrtwende bremst die europäische und vor allem die deutsche Autoindustrie
Die Autohersteller können kurzfristig aufatmen, die Verbrenner-Cashcow kann länger gemolken werden. Aber was bedeutet das für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller? Das Problem ist doch, dass die Kommission zentrale Zusagen über Bord wirft. Genau die Verlässlichkeit, die Industrie und Beschäftigte brauchen, wird entzogen. Wer die Regeln immer wieder ändert, schürt Unsicherheit, gefährdet so Investitionen und Wertschöpfung – und stärkt am Ende China.
2. Die Union macht Europa zum Museum für Verbrenner
Die Realität ist doch: Die Zukunft ist elektrisch. Die Nachfrage nach E-Autos steigt. Batterien werden günstiger. Und Europa kann aufholen – wenn die Politik einen stabilen Rahmen setzt. Aber die EVP will lieber die Vergangenheit konservieren, statt Zukunftsmärkte aufzubauen. Das schafft Unsicherheit, bremst Innovation – und riskiert tausende Arbeitsplätze.
3. Von der Leyen gibt dem Druck nach – und Merz liefert das Narrativ
Das Gerede vom „hocheffizienten Verbrenner“ ist einfach keine zukunftsfähige Industriepolitik. Es ist ein politisches Trostpflaster für diejenigen, die Angst vor Veränderung haben. Aber: Man kann Physik nicht wegverhandeln. Und man kann China nicht ignorieren. Während wir also bei der E-Mobilität den Rückwärtsgang einlegen, baut China den Weltmarkt für E-Mobilität auf – und zieht die Gewinne ab.
Fest steht: Europas industrielle Zukunft steht auf dem Spiel. Die Kommission muss schnellstmöglich klare, verlässliche Zielvorgaben festlegen, für einen starken Markt für europäische E-Autos, für massive Investitionen in Ladeinfrastruktur und für eine Batteriewirtschaft, die Wertschöpfung in Europa hält.
Besuch der Bäckerei Liebenstein in Neustadt an der Weinstraße
Diese Woche hatte ich gemeinsam mit dem Grünen Kreisverband und der Stadtratsfraktion in Neustadt an der Weinstraße die Gelegenheit, die traditionsreiche Bäckerei Liebenstein in Neustadt zu besuchen. Die Bäckerei und Konditorei wird seit 1937 in dritter Generation als Familienbetrieb geführt und steht exemplarisch für das handwerkliche Bäckereigewerbe in unserem schönen Rheinland-Pfalz.

Herausforderungen des Handwerksbetriebs
Im Austausch mit den Inhabern wurden die spezifischen Schwierigkeiten deutlich, mit denen ein Handwerksbetrieb heute konfrontiert ist, der hohe Ansprüche an die Herkunft und Verarbeitung seiner Rohstoffe stellt. Anders als größere Unternehmen kann die Bäckerei Liebenstein nicht von bestimmten Erleichterungen und Skaleneffekten profitieren, die der industriellen Produktion zur Verfügung stehen.
Zentrale Themen unseres Gesprächs waren:
Faire Arbeitsbedingungen: Die Bäckerei legt großen Wert darauf, ihre Mitarbeitenden fair zu bezahlen. Dies stellt in einem wettbewerbsintensiven Umfeld, in dem Discounter und Backshops mit Niedrigpreisen konkurrieren, eine besondere Herausforderung dar.
Ausbildung: Auszubildende sollen fachgerecht betreut werden und eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Dies erfordert Zeit, Engagement und finanzielle Ressourcen, die sich ein Handwerksbetrieb leisten können muss.
Preisstabilität: Trotz steigender Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal bemüht sich die Bäckerei, stabile Preise für ihre treue Stammkundschaft zu gewährleisten. Dieser Spagat zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und Kundenbindung ist eine tägliche Herausforderung.
Qualität der Rohstoffe: Der bewusste Umgang mit der Herkunft und Verarbeitung der verwendeten Zutaten bedeutet oft höhere Einkaufspreise, die sich nur schwer an die Endverbraucher weitergeben lassen.
Zukunftsperspektiven: Neubau mit Weitblick
Trotz aller Herausforderungen ist die Zukunft des Familienunternehmens gesichert. Im Rahmen unseres Besuchs konnten wir die Baustelle des neuen Standorts besichtigen, der mit nachhaltigen Mitteln errichtet wird. In bester Lage entsteht ein moderner Komplex, der mehrere Funktionen vereint:
- Ein neuer, zeitgemäßer Produktionsstandort
- Ein moderner Verkaufsraum
- Ein angeschlossenes Café
- Eine Schaubäckerei, in der die Tradition der Kindergarten- und Schulbesuche fortgesetzt werden soll
Besonders die Schaubäckerei ist ein wichtiges Element, um jungen Menschen Einblicke in das traditionelle Handwerk zu geben und Wertschätzung für die aufwendige Herstellung hochwertiger Backwaren zu vermitteln.
Fazit und politische Schlussfolgerungen
Der Besuch bei der Bäckerei Liebenstein hat eindrücklich gezeigt, welche besonderen Herausforderungen mittelständische Handwerksbetriebe zu bewältigen haben, die nicht den einfachen Weg gehen, sondern Qualität, faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen. Diese Betriebe sind das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft und verdienen besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Es war mir wichtig, die Sorgen und Nöte dieses Mittelständlers zu hören. Ich nehme ihre Anliegen gerne mit nach Berlin, um auf politischer Ebene dafür zu werben, dass die Rahmenbedingungen für qualitätsorientierte Handwerksbetriebe verbessert werden. Dazu gehören faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber industrieller Massenproduktion, Entlastungen bei Bürokratie und Energiekosten sowie die Förderung der dualen Ausbildung.
Der Erhalt und die Stärkung solcher Traditionsbetriebe sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich und kulturell von großer Bedeutung.
Werksbesuch bei der Firma ODM GmbH in Wattenheim
Am Mittwoch habe ich die Firma ODM GmbH mit Sitz in Wattenheim in der Pfalz besucht. Die Firma beschäftigte derzeit circa 80 Mitarbeitende an zwei Standorten und hat sich als überzeugter Verfechter der Philosophie „Made in Germany“ etabliert. Diese Leitlinie bildet nicht nur das Fundament der Unternehmensidentität, sondern dient auch als Qualitätsgarant für sämtliche Endprodukte, die ausnahmslos in Deutschland hergestellt werden.
Produktportfolio und Besonderheiten
Das Kernprodukt des Unternehmens ist ein innovatives Headset, das eine Doppelfunktion erfüllt: Es dient einerseits der Kommunikation und fungiert andererseits als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gegen Umgebungslärm. Diese duale Funktionalität macht das Produkt besonders für Arbeitsumgebungen mit hoher Lärmbelastung interessant, in denen gleichzeitig eine klare Kommunikation gewährleistet sein muss.
Besonders hervorzuheben ist die konsequente Lieferkettenstrategie: Alle Materialien zur Herstellung der einzelnen Produkte werden ausschließlich in Deutschland eingekauft und zu 100% im eigenen Werk weiterverarbeitet. Diese vollständig nationale Wertschöpfungskette sichert nicht nur Arbeitsplätze in der Region, sondern ermöglicht auch eine lückenlose Qualitätskontrolle.
Nachhaltigkeitsstrategie
Die ODM GmbH verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in Bezug auf Umweltverantwortung. Bei der Erbringung von Dienstleistungen und der Fertigung der Produkte wird besonderer Wert auf eine energiesparende und ressourcenschonende Handhabung von Materialien und Betriebsstoffen gelegt. Das Unternehmen strebt nach einer kontinuierlichen Reduktion negativer Umweltauswirkungen und arbeitet aktiv daran, Quellen von CO²-Emissionen und anderen Schadstoffen durch angemessene Maßnahmen regelmäßig zu minimieren und weitestgehend zu beseitigen.
Gesprächsinhalte und Erkenntnisse
Der gestrige Austausch mit CEO Christopher Kühn gestaltete sich äußerst konstruktiv und behandelte ein breites Themenspektrum. Im Fokus standen die diversen Herausforderungen, denen die Branche aktuell ausgesetzt ist. Diskutiert wurden unter anderem Themen wie Fachkräftemangel, Rohstoffverfügbarkeit und die zunehmende internationale Konkurrenz.
Besonders aufschlussreich waren die Gespräche über Entwicklungsmöglichkeiten in einer globalisierten Welt. Die ODM GmbH zeigt eindrucksvoll, dass „Made in Germany“ trotz globalen Wettbewerbs nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann, wenn Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie stehen.
Der Besuch bei der ODM GmbH in Wattenheim bot mir wertvolle Einblicke in ein mittelständisches Unternehmen, das Tradition und Innovation erfolgreich verbindet und beweist, dass verantwortungsvolle Produktion in Deutschland zukunftsfähig ist.
Antrittsgespräch bei Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach Arianit Besiri
Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück, besuchte diese Woche den Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach Im Hunsrück im Rathaus von Morbach. Arianit Besiri ist am 1. März 2025 in sein Amt eingeführt worden.
Das Motto des Bürgermeisters ist „Bürgernähe als gelebte Praxis“. Dies stellte Besiri beim gemeinsamen Besuch eines Cafés im Ortskern von Morbach unter Beweis. Im direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern zeigte sich der bodenständige Stil des Gemeindechefs.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die zentralen Handlungsfelder für die Zukunft Morbachs: Eine vorausschauende Wohnungsbaupolitik soll die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde sichern. Ebenso liegt dem Bürgermeister die Stärkung des Vereinslebens am Herzen, welches das soziale Miteinander in der Region stärken soll. Darüber hinaus plant der Bürgermeister die konsequente Weiterentwicklung Morbachs als attraktiver Unternehmens- und Energiestandort.
Der Austausch verlief in konstruktiver und herzlicher Atmosphäre. Neben den kommunalpolitischen Themen fanden sich auch persönliche Gemeinsamkeiten: Die gemeinsame Leidenschaft für den Fußball sorgte für zusätzliche Gesprächsanlässe und unterstrich die verbindende Kraft des Sports.
Der Dialog soll in Zukunft fortgesetzt werden, um die gemeinsamen Anliegen weiter voranzubringen.