Zulassungsstopp für Sprach- und Integrationskurse. Bundesinnenminister darf Integration nicht torpedieren.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat mit seiner jüngsten Entscheidung, einen Zulassungsstopp für die Teilnahme an Sprach- und Integrationskursen etwa für Menschen im Asylverfahren oder Geflüchtete aus der Ukraine bis zum Jahresende zu erlassen, für breite Empörung gesorgt. Dazu erklärt Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück:

„Während Bundesinnenminister Dobrindt öffentlich mangelnde Integration beklagt, erschwert er gleichzeitig den Zugang zu genau den Angeboten, die Integration überhaupt erst ermöglichen – den Sprach- und Integrationskursen. Dieser Widerspruch schadet Kommunen, Trägern und den Menschen, die auf Sprachkurse angewiesen sind.“

Joswig kritisiert, dass mit der geplanten Beschränkung eine systematische Rückabwicklung integrationspolitischer Fortschritte der vergangenen Jahre drohe. Obwohl der Bundestag die Mittel für 2026 erhöht hat, erteile das Bundesinnenministerium keine neuen Zulassungen – darunter für Geflüchtete aus der Ukraine und für Menschen im Asylverfahren. Rund 129.500 potenzielle Teilnehmende würden damit ausgeschlossen.

„Die Folgen sind gravierend: Kommunen müssen mehr auffangen, weil Menschen ohne Sprachkenntnisse schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Träger geraten wirtschaftlich unter Druck, weil Kurse nicht starten können. Und Geflüchtete werden daran gehindert, sich eine Perspektive aufzubauen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, so Joswig.

„Sprache ist der Schlüssel zu Integration und Zusammenhalt. Die aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung gefährden beides. Der Bundesinnenminister muss den Zulassungsstopp umgehend aufheben und wieder einen verlässlichen Zugang zu Sprach- und Integrationsangeboten ermöglichen. Integration darf nicht politisch ausgebremst, sondern muss aktiv ermöglicht und gestärkt werden.“

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Warum das Netzpaket ein „Frontalangriff auf die Energiewende“ ist

Was das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche derzeit vorbereitet, ist kein technisches Reformpaket für effizientere Netze. Es ist ein politischer Kurswechsel – und zwar gegen die Erneuerbaren.

Das sogenannte „Netzpaket“ wird als Beitrag zur Kosteneffizienz verkauft. Tatsächlich aber droht es, das Fundament der Energiewende auszuhöhlen: den garantierten Anschluss- und Einspeisevorrang für Wind- und Solaranlagen.

1. Der Kern des Problems: Investitionssicherheit wird zerstört

Seit über 20 Jahren gilt im EEG ein klares Prinzip: Erneuerbare müssen bevorzugt angeschlossen und ihr Strom vorrangig eingespeist werden. Genau diese Verlässlichkeit hat Milliardeninvestitionen ermöglicht – von Mittelständlern, Kommunen, Bürgerenergie-Genossenschaften und Industrie.

Nun sollen Netzbetreiber deutlich mehr Spielraum bekommen, selbst zu entscheiden, wer wann und unter welchen Bedingungen ans Netz darf. Das ist faktisch eine Aufweichung des Anschlussvorrangs. Für Projektierer heißt das: mehr Unsicherheit. Für Banken heißt das: höheres Risiko. Für die Energiewende heißt das: weniger Tempo.

2. Der Redispatch-Vorbehalt: Ausbau-Stop durch die Hintertür

Besonders problematisch ist der geplante Redispatch-Vorbehalt. In Regionen, in denen im Vorjahr mehr als drei Prozent des Stroms abgeregelt wurden – was heute in vielen Netzen Normalität ist – sollen neue Anlagen nur unter verschärften Bedingungen ans Netz kommen. Betreiber müssten teilweise auf Entschädigungen verzichten.

Das bedeutet: Projekte werden schwerer finanzierbar oder ganz unrentabel. Große Teile Deutschlands drohen faktisch zu Ausbau-Bremsszonen zu werden. Das ist kein Netzausbau. Das ist ein Ausbau-Stopp durch die Hintertür.

3. Flickenteppich statt Verlässlichkeit

Künftig sollen über 800 Verteilnetzbetreiber eigene Priorisierungsregeln festlegen können. Wer angeschlossen wird, soll nicht mehr nur nach Antragseingang entschieden werden, sondern nach sogenannten „Reifegradverfahren“.

Das klingt technokratisch – bedeutet aber in der Praxis: Intransparenz, Rechtsunsicherheit und ein bundesweiter Flickenteppich aus Einzelregeln. Die Bundesnetzagentur soll das kontrollieren. Realistisch ist das kaum leistbar. Das Ergebnis wäre Chaos statt Beschleunigung.

4. Falsche Diagnose – falsche Therapie

Das Problem der Energiewende sind nicht „zu viele“ Wind- und Solaranlagen. Das Problem sind zu langsame Netze, schleppende Digitalisierung und fehlende Standardisierung der Anschlussverfahren. Statt hier anzusetzen, wird der Ausbau der Erneuerbaren ausgebremst. Wer den Zubau drosselt, entlastet kurzfristig Netze – verlängert aber strukturell die Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken und Importen. In einer Welt geopolitischer Krisen ist das sicherheitspolitisch fahrlässig.

5. Wirtschaftspolitisch kurzsichtig

Günstiger Strom entsteht nicht durch weniger Windräder. Er entsteht durch mehr davon. Jede zusätzliche Wind- und Solaranlage senkt langfristig die Strompreise, weil sie unabhängig von Gaspreisen, Weltmarktkrisen oder autoritären Regimen produziert. Wer diesen Ausbau ausbremst, entscheidet sich bewusst für höhere Preise und geringere Wettbewerbsfähigkeit.

Während andere Länder ihre Netze modernisieren und Erneuerbare beschleunigen, droht Deutschland wieder in das Muster früherer Ausbaueinbrüche zu verfallen. Die Folgen wären nicht nur klimapolitisch fatal – sondern industriepolitisch.

6. Die Alternative liegt längst auf dem Tisch

Die Lösungen sind bekannt:

  • Netzausbau beschleunigen
  • Netzanschlussverfahren digitalisieren und standardisieren
  • Transparenz über freie Netzkapazitäten schaffen
  • Prioritäten politisch definieren statt sie 800 Netzbetreibern zu überlassen

Diese Vorschläge liegen seit dem Branchendialog der letzten Wahlperiode auf dem Tisch.

Fazit

Das Netzpaket ist kein Modernisierungsprojekt. Es ist eine politische Richtungsentscheidung. Wer den Anschluss- und Einspeisevorrang faktisch aushöhlt, riskiert Investitionen in Milliardenhöhe, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und schwächt die energiepolitische Unabhängigkeit Deutschlands.

Deutschland braucht jetzt Vollgas bei Netzen, Digitalisierung und Erneuerbaren – nicht eine neue Abbruchkante beim Ausbau. Das Netzpaket droht genau das zu werden.

Warum die Aufweichung des ETS I ein fataler Fehler wäre

Die EU droht, ihr stärkstes Klimainstrument zu entkernen.

Laut Handelsblatt plant die EU-Kommission, kostenlose Zertifikate im Europäischen Emissionshandel (ETS I) deutlich länger zu vergeben und die Versteigerung später zu beenden. Das wäre eine erhebliche Schwächung des europäischen Klimaschutzes – und ein falsches Signal an Industrie und Investoren.

Es ist völlig klar: Die europäische Industrie steht unter enormem Druck. Der internationale Wettbewerb ist härter und unfairer geworden. viele Betriebe sind identitätsstiftend in ihren Regionen und wichtige Arbeitgeber. Unser Anspruch ist deshalb eindeutig: Europa und Deutschland müssen starke Industriestandorte bleiben.

Aber genau deshalb gilt: Den ETS aufzuweichen ist der falsche Weg.

Der Europäische Emissionshandel ist – entgegen so mancher Behauptungen – keine Planwirtschaft, sondern ein wirksamer und zutiefst marktwirtschaftlicher Hebel:
Wer übermäßig CO₂ ausstößt, zahlt dafür.
Wer in klimafreundliche Technologien investiert, profitiert.

Selbst Industrievertreter räumen ein, dass der ETS „einen Bombenjob gemacht“ hat. Ihn jetzt aufzuweichen, würde ein fatales Signal senden: Ein fossiles „Weiter so“ lohnt sich wieder – und das bestraft ausgerechnet die Unternehmen, die früh investiert haben.

Besonders problematisch ist das für energieintensive Branchen wie die Chemie: Sie brauchen Planungssicherheit und klare Preissignale, keine immer neuen Ausnahmen. Wer First Mover ausbremst und Nachzügler belohnt, gefährdet Innovation, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit.

Zugleich gilt: Der ETS ist Grundvoraussetzung für den Green Deal – also für den Plan, Europas Wirtschaft klimaneutral und zukunftsfest aufzustellen. Gerade für Deutschland ist seine Einhaltung zentral, weil wir ohnehin verfassungsrechtlich zu ambitioniertem Klimaschutz verpflichtet sind.

Wichtig ist auch: Die Einnahmen aus dem ETS fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Dieses Geld muss konsequent für den industriellen Umbau, für gezielte Förderung und für Investitionen in Zukunftstechnologien genutzt werden – dann kommt es direkt der Industrie zugute.

Und: Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) muss endlich greifen und praktikabel gestaltet sein. Er ist die Versicherung für unsere Industrie gegen unfairen Wettbewerb aus Ländern ohne CO₂-Preis. Dafür braucht es Nachjustierungen, klare Regeln und Investitionssicherheit – nicht eine Schwächung des ETS.

Auch politisch ist das hoch brisant: Im Bundestag wird offen über den Emissionshandel gestritten. Während Teile der Union ihn grundsätzlich infrage stellen, bekennen sich andere zu seiner Beibehaltung. Hier entscheidet sich die Glaubwürdigkeit europäischer Klimapolitik. Wo steht also die Bundesregierung?

Der ETS I ist das Rückgrat der europäischen Klimapolitik. Wer ihn abschwächt, schwächt nicht nur den Klimaschutz – sondern auch Europas industrielle Zukunft.

Klimaschutz braucht Verlässlichkeit, keine Lobbyrabatte.
Deshalb gilt: Europa darf jetzt nicht zurückrudern.

Ein Jahr Trump 2.0: Merz Zurückhaltung schwächt Europa

Zum ersten Jahrestag der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump warnt der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Julian Joswig (Bündnis 90/Die Grünen und Obmann im Europaausschuss) vor den Folgen der neuen US-Außenpolitik für Deutschland und insbesondere für Rheinland-Pfalz. Zugleich kritisiert er die aus seiner Sicht zögerliche Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz:

„Ein Jahr Trump II zeigt: Das ist nicht bloße Provokationsrhetorik, sondern eine Politik, die Druck ausübt, Drohungen wahrmacht und Macht gezielt einsetzt. Friedrich Merz und seine Bundesregierung wirken dabei geradezu orientierungs- und machtlos. Das ist gefährlich, gerade für Rheinland-Pfalz.

Unser Bundesland ist stark exportorientiert und ein zentraler sicherheitspolitischer Standort. Zehntausende Amerikanerinnen und Amerikaner leben hier, Stützpunkte wie Ramstein oder Spangdahlem prägen die Region seit Jahrzehnten. Diese enge transatlantische Verbindung sowie persönliche Freundschaften sind Teil unseres Alltags vor Ort. Aber Verbindung ist nur dann erfolgreich, wenn sie auf Augenhöhe, nicht aus Abhängigkeit stattfindet. Wenn Handelskonflikte eskalieren oder Sicherheitsgarantien politisch verhandelbar werden, trifft das zuerst unsere Regionen, unsere Unternehmen und die Beschäftigten.

Trump hat in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass er Zölle, territoriale Drohungen und politische Erpressung gezielt als Machtinstrumente einsetzt. Das ist kein Zufall, das ist Kalkül. Wer glaubt, man könne dem mit Zögern und Beschwichtigung begegnen, irrt. Die Linie von Friedrich Merz und Jens Spahn – nur nicht anecken, nur keinen Konflikt riskieren – schwächt Europa und ist deshalb gefährlich.

Joswig fordert deshalb eine klare europäische Antwort: wirtschaftlich und sicherheitspolitisch. Wir müssen unabhänger werden: bei Lieferketten, bei Handel, bei Verteidigung. Nicht gegen die USA, sondern damit Partnerschaft auf Augenhöhe möglich bleibt. Denn Souveränität bedeutet nicht, alles allein zu machen. Sie bedeutet, nicht erpressbar zu sein.

Diese Fragen stehen auch im Mittelpunkt der aktuellen Debatte zur Überarbeitung der Europäischen Sicherheitsstrategie und zum Umgang mit den jüngsten Zolldrohungen. Gemeinsam mit einer Delegation des Europaausschusses ist Joswig derzeit im Rahmen der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft in Nikosia, um über diese Themen zu beraten.

Für Rheinland-Pfalz darf das keine abstrakte Debatte bleiben. Es geht um Arbeitsplätze, um Sicherheit, um Stabilität. Um die Zukunft einer vertrauensvollen Partnerschaft auf Augenhöhe. Ein stärkeres, eigenständigeres Europa ist keine Ideologie, sondern eine Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft selbst über unsere Interessen entscheiden können.

Meine Rede zur Bundeswehr-Beschaffung

In meiner Rede zum neuen Bundeswehrbeschaffungsgesetz (BwPBBG) habe ich im Bundestag deutlich gemacht: Es ist richtig, Beschaffungsprozesse zu beschleunigen – aber das allein reicht nicht. Schnellere Verfahren helfen wenig, wenn am Ende niemand liefern kann, was die Bundeswehr braucht. Die Engpässe liegen nicht primär im Vergaberecht, sondern in fehlenden Produktionskapazitäten, mangelnder strategischer Planung und einer zu geringen europäischen Koordination. Gerade jetzt muss Sicherheit endlich europäisch gedacht werden.


Ich habe in meiner Rede vier zentrale Punkte betont: Erstens darf das Gesetz industriepolitische Chancen – etwa bei Dual-Use-Technologien und grünen Leitmärkten – nicht verpassen. Nachhaltigkeit und Sicherheit gehören zusammen. Zweitens müssen wir die Innovationskraft von Start-ups und Mittelständlern stärker einbinden, statt nur die großen Konzerne zu begünstigen. Drittens braucht es Transparenz und parlamentarische Kontrolle, gerade wenn wir Milliarden in die Hand nehmen. Und viertens gilt: Nur durch europäische Kooperation können wir bei der Rüstungsbeschaffung effizient, glaubwürdig und strategisch handeln.


Der Besuch im Beschaffungsamt (BAAINBw) in Koblenz vor wenigen Wochen hat mir noch einmal gezeigt, wie groß der Wille dort ist, Strukturen zu verbessern – und wie dringend politischer Rückhalt nötig ist. Mein Dank gilt allen, die in der Bundeswehr und ihren zivilen Strukturen tagtäglich Verantwortung tragen. Wir schulden ihnen ein System, das nicht nur schneller, sondern auch zielgerichtet, europäisch und verlässlich funktioniert.

Hier geht’s zur Rede: https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7647519

Handwerk & Hightech im Hunsrück: Besuch der Firma GOLDBECK

Am 8. Januar habe ich das neue Produktionswerk der Firma GOLDBECK am Standort Kirchberg im Hunsrück in Begleitung von Lutz Schendel (Grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Bernkastel-Kues, Morbach, Kirchberg) sowie Dominik Loch (Grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Rhein-Hunsrück) besucht. Als Ansprechpartner vor Ort stand uns Dr. Marco Molitor, Leiter des neu errichteten Werks für Betonfertigteile, für einen intensiven Austausch und einen Blick hinter die Kulissen zur Verfügung.

Bei meinem Besuch lernte ich GOLDBECK als führenden Hersteller von Betonfertigbauteilen und Gebäude mit mehreren Produktionsstandorten in Deutschland, Polen und Tschechien kennen. Das Unternehmen bedient ein breites Kundenspektrum, das sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt hat. Neben privaten Auftraggebern aus der Wirtschaft, die insbesondere die kurzen Bauzeiten und die termingerechte Fertigstellung schätzen, erfuhr ich von einem zunehmenden Anteil öffentlicher Auftraggeber. Beispielsweise gehören Kommunen und die Bundeswehr zu den wachsenden Kundengruppen, die auf die Fertigbauweise setzen.

Im Gespräch mit Dr. Molitor wurde uns erläutert, dass der Standort Kirchberg im Hunsrück von GOLDBECK bewusst aus strategischen Überlegungen ausgewählt wurde. Die geografische Lage bietet optimale Voraussetzungen für die logistische Verteilung der Produkte in der Region. Diese zentrale Position ermöglicht effiziente Transportwege und trägt zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens bei.

Ein zentraler Schwerpunkt unseres Austauschs mit Dr. Molitor lag auf der nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens. Wir konnten uns davon überzeugen, dass GOLDBECK am Standort Kirchberg mehrere Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Energieeffizienz implementiert hat:

  • Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen zur Eigenstromversorgung
  • Wärmepumpen zur klimafreundlichen Beheizung der Gebäude
  • Wasserrecycling im Herstellungsprozess zur Schonung der Ressourcen

Bei unserem Rundgang durch die Werkhalle wurden wir von Herrn Stoffel, Produktionsleiter des Werks, und Herrn Boos, Logistikleiter, begleitet. Dabei konnten wir die gesamte Prozesskette nachvollziehen: von der Anlieferung der Rohstoffe über die einzelnen Fertigungsschritte bis hin zur Verladung der fertigen Beton-Fertigbauteile.

Wir erfuhren, dass das Werk seit dem Produktionsstart im Oktober bereits zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Besonders bemerkenswert fanden wir die breite Qualifikationsstruktur der Belegschaft: Das Unternehmen stellt sowohl Fachkräfte aus dem Handwerk als auch Quereinsteiger aus artfremden Berufen ein und bietet somit vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region.

Die aktuelle Personalplanung beinhaltet die Einstellung zahlreicher neuer Produktionsmitarbeiter und die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses ab 2027. Diese Entwicklung zeigte uns das langfristige Engagement von GOLDBECK am Standort Kirchberg und die positive Perspektive für die regionale Arbeitsmarktsituation.

Fazit

Unser Besuch bei GOLDBECK in Kirchberg im Hunsrück hat einen sehr positiven Eindruck bei uns hinterlassen. Das Unternehmen verbindet moderne Fertigungstechnologie mit nachhaltigen Produktionsmethoden und schafft gleichzeitig attraktive Arbeitsplätze in der Region. Die strategische Standortwahl und die zukunftsorientierte Ausrichtung versprechen aus unserer Sicht eine dauerhafte Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Grüne starten Spendenaktion für humanitäre Hilfe

Weltweit sind über 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig kürzt die Bundesregierung die Mittel drastisch: Für 2025 wurden sie mehr als halbiert und auch 2026 auf diesem niedrigen Niveau belassen. Das ist das geringste Budget für humanitäre Hilfe seit zehn Jahren – trotz wachsender Krisen und Bedarfe.

Gemeinsam handeln, wenn politische Mehrheiten fehlen

Weil diese Kürzungen im Bundestag nicht verhindert werden konnten, haben die Grünen-Abgeordneten Deborah Düring, Claudia Roth, Ophelia Nick, Boris Mijatovic und Julian Joswig eine gemeinsame Spendenaktion gestartet. Unterstützt wird das Hilfsbündnis Aktion Deutschland Hilft. Die Aktion läuft sieben Tage bis Heiligabend.

Jede Spende wirkt fünffach

Für jede Spende ab 10 Euro legen die fünf Abgeordnet*innen jeweils einen Euro dazu – also insgesamt fünf Euro pro Spende. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen und dort zu helfen, wo staatliche Unterstützung wegbricht.

Jetzt Solidarität zeigen

Private Spenden sind in dieser Situation wichtiger denn je. Jede Unterstützung hilft, Menschen in Not direkt zu erreichen und ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen.

👉 Zur Spendenaktion:

https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/aktiv-helfen/interaktiv-helfen/starte-deine-spendenaktion/meine-spendenaktion/?cfd=aedaf

EU-Kommission rüttelt am Verbrenner-Aus

Am Dienstag, den 16. Dezember 2025 hat die EU-Kommission ihre neuen Pläne zum Verbrenner-Aus vorgestellt: Die ursprünglich geplanten Ausstiegsziele für neue Verbrenner ab 2035 sollen abgeschwächt werden. 

Dazu erklärt Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, Obmann im Europaausschuss und Berichterstatter für Industriepolitik sowie für europäische Klimapolitik:

„Die geplante Aufweichung des Verbrenner-Aus ist ein schwerer klima- und industriepolitischer Fehler. Sie kostet am Ende Jobs in Europa und spielt der chinesischen Autoindustrie in die Hände – genau davor warnen inzwischen auch zahlreiche Ökonomen.

Was insbesondere die Union mit Manfred Weber und Friedrich Merz hier vorbereitet, sendet das falsche Signal zur falschen Zeit. Statt Planungssicherheit zu schaffen, werden zentrale Leitplanken wieder eingerissen. Das schwächt Investitionen, verzögert Innovationen und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie. Wer heute den Verbrenner künstlich am Leben hält, verspielt langfristig Wertschöpfung und Beschäftigung.

Die Realität ist klar: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Batterien werden günstiger, der Markt entwickelt sich dynamisch – und das global. Während China konsequent skaliert, diskutiert Europa über Rückschritte. Ein aufgeweichtes Verbrenner-Aus hilft kurzfristig einzelnen Geschäftsmodellen, langfristig aber verliert der Standort Europa. Genau deshalb sprechen Ökonomen und Branchenexperten wie Ferdinand Dudenhöffer zu Recht von einer Symboldebatte, die keine Arbeitsplätze sichert, sondern Unsicherheit schafft.

Richtig ist dagegen der Ansatz der EU-Kommission bei den Unternehmensflotten. Dass diese künftig gezielt auf elektrische Fahrzeuge ausgerichtet werden sollen, ist ein sinnvoller Schritt. Firmenflotten sind der zentrale Hebel im Automarkt: Sie sind für zwei Drittel der Neuwagen verantwortlich, beschleunigen den Hochlauf der Elektromobilität und sorgen für einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt. Wer hier ansetzt, stärkt Industrie, Klima und Verbraucher zugleich.

Europa braucht jetzt keine Debatten über angeblich ‚hocheffiziente Verbrenner‘, sondern klare und verlässliche Rahmenbedingungen: für E-Mobilität, für Ladeinfrastruktur und für eine europäische Batteriewirtschaft. Nur so sichern wir industrielle Wertschöpfung, gute Jobs und technologische Souveränität in Europa.“